Carmen 85: Die Buchstaben des SATOR-Quadrats

1.      Das SATOR-Quadrat diente römischen Dichtern stets als vollkommenes Modell religiöser Orientierung und kosmischer Ordnung, weswegen sie auf der Grundlage seiner 8 verschiedenen Buchstaben auf eine sinnvolle gematrische Konstruktion innerhalb der Gesamtkonstruktion bedacht waren. Dieses Bemühen konnte durch das Ineinander zweier konzentrischer Kreisen des Tetraktyssterns angeregt sein:

Die 8 Buchstaben und ihre Zahlenwerte (ZW) und Faktorenwerte (FW) sind:

 

A

E

N

O

P

R

S

T

 

ZW

1

5

13

14

15

17

18

19

102

FW

1

5

13

9

8

17

8

19

80

 

 

 

 

 

 

 

 

 

182

Die ZW von OPS sind zusammengesetzte Zahlen, daher sind die FW verschieden; in c. 85 fehlt P. Die 40 SQ-Buchstaben innerhalb der 68 Buchstaben des carmen 85 sind gelb unterlegt:

ODI ET AMO QUARE ID FACIAM FORTASSE REQUIRIS

NESCIO SED FIERI SENTIO ET EXCRUCIOR

Ich hasse und ich liebe. Warum ich das tue, fragst du vielleicht.

Ich weiß nicht, aber ich fühle, daß es geschieht, und leide schreckliche Qual.

Nach Häufigkeit der Buchstaben ergeben sich für jeden Vers folgende Werte:

 

 

A

E

N

O

P

R

S

T

 

V1

Hfk.

5

4

-

3

-

4

3

2

21

 

ZS

5

20

-

42

-

68

54

38

227

 

FS

5

20

-

27

-

68

24

38

182

V2

Hfk.

-

6

2

3

-

3

3

2

19

 

ZS

-

30

26

42

-

51

54

38

241

 

FS

-

30

26

27

-

51

24

38

196

227+241 = 468 = 18*26; 182:196 = 14*(13:14) = 14*27 = 378

468:378 = 18*(26:21) = 18*47 = 846

Der Faktor 47 ist die Zahlensumme (ZS) von DEUSGott:

 

D

E

U

S

 

ZW

4

5

20

18

47

FW

4

5

9

8

26

 

8

10

29

26

73

26 ist im Wort DEUS Faktorensumme (FS), 21 die Differenz zwischen FS und ZS. Die Werte sind auf die numerierte Doppelraute (DR), von denen es drei im Tetraktysstern gibt, zu beziehen:

2.      Die Buchstaben OS sind in jeder Zeile dreimal vertreten. Ihre ZS+FS ist 32+17 = 49. Zu 49 gelangt man durch die 7 Elemente und Hinzufügung einer zweifache Numerierung einer Tetraktysseite:

32 ergibt sich aus der Addition von 7+25. Durch 2*3 OS werden die Seiten von zwei Tetraktys gezählt. Die FS 102 = 6*17 von 6mal O+S ist die ZS der 8 verschiedenen Buchstaben (s.o.) des SATOR-Quadrats. Bezugspunkt dieser Konstruktion sind 6 "Fischfiguren" in beiden Tetraktys. Eine Figur besteht aus 6 Punkten, 8 Linien und 3 Dreiecksflächen:

3.      Die Differenz der ZS+FS 6*49 = 294 der 6 OS zur Gesamtsumme 846 beträgt 552, das Verhältnis der beiden Teilsummen ist 6*(49:92) = 6*141. Die Summe 552 teilt sich in gleichen Teilen auf in die ZS 276 und die FS 276 – weil die ZW der 5 verschiedenen Buchstaben Primzahlen sind. Hier hat Catull eine Kernkonstruktion des SATOR-Quadrats gestaltet. Denn 276 ist viermal die ZS 69 von SATOR/ROTAS:YY

Die rechte Figur zeigt 4 Rautenquadrate. Jede enthält 5 Buchstaben. Die einander gegenüberstehenden Buchstabenpaare NT und PR haben jeweils die ZS 32, sodaß sich mit E die ZS 64+5 = 69 ergibt. Die FS 276 der 28 Buchstaben gilt also den vier Rautenquadraten, die den DR und den DR-Kreuzen des Tetraktyssterns nachgebildet sind.

Die ZS des SATOR-Quadrats ist 303. Die Zahl 552 kommt durch Addition der ZS 249 von zusätzlichen 15 Buchstaben zustande:

 

S

R

sm

N

P

R

T

sm

GS

+

2

2

4

3

2

2

4

11

15

ZS

36

34

70

39

30

34

76

179

249

Das Erstaunliche an der ZS 249 ist, daß sie die FS der ZS 303 ist. Die FS der 15 zusätzlichen Buchstaben wiederum ist 215, sodaß 303+249 = 552 >32 und 249+215 = 464 >37, zusammen 1016 = 8*127 ergibt.

4.      In gleicher Zahl 2 kommt das T in beiden Versen vor und läßt sich daher mit zweimal 3 OS verbinden. Die folgende Tabelle ermittelt die Werte eines Verses:

 

S

O

T

sm

Hfk.

3

3

2

8

ZS

54

42

38

134

FS

24

27

38

89

 

 

 

 

223

134 = 2*67

Da die Gesamt-ZS der zwei Verse 11*67 = 737 beträgt, ergeben 16:52 Buchstaben das ZS-Verhältnis 67*(4:7). 134 ist im SATOR-Quadrat die ZS der 8 Eckpunkte:

Die FS der 8 Eckbuchstaben ist 100, die ZS+FS 134+100 = 234 = 18*13.

Die doppelte ZS 268 liegt in der vertikalen und horizontalen Lesbarkeit des SQ begründet. Die doppelte ZS+FS 468 ist die ZS der 40 SQ-Buchstaben (s.o).

Durch das N des Mittelpunktes werden 9 Buchstaben zum diagonalen Achsenkreuz mit der Summe 147, bei doppelter Leseweise 294, der ZS+FS von sechsmal O+S.

5.      Die Bedeutung der ZS+FS 223 ist aus den FW ihrer Konstitutivzahlen 111 = 3*37 >40 und 112 = 7*16 >15 erkennbar. Das Verhältnis 5*(8:3) weist auf die 11 Elemente einer Raute hin, zweimal 223 also auf die DR:

Die Einzelziffern von 111 und 112 sind auf die zwei trinitarischen Flächenverhältnisse der beiden konzentrischen Tetraktyskreise beziehbar:

Der äußere Kreis wird durch den inneren Kreis im Flächenverhältnis 2:1 geteilt, das Verhältnis des ganzen äußeren Kreises zum inneren beträgt 3:1. Auf diese Weise wir der äußere Kreisring zweimal, der innere Kreis dreimal berücksichtigt. In der Zusammensetzung ergibt sich so 223. Diese Zahl ist die 4W-Summe von MARIA und IESUS:

 

ZS

FS

sm

FW1

FW2

sm

MARIA

40

32

72

11

10

93

IESUS

70

36

106

14

10

130

 

110

68

178

25

20

223

93 = 3*31, 130 = 10*13

Die Faktoren 3 und 10 verweisen auf die 13 Punkte des Tetraktyssterns. Die ZW/FW-Verrechnung enthüllt gewissermaßen nebenher das Geheimnis der römischen Zahlzeichen:

 

 

 

sm

FW

sm

FW

ZS

93

130

223

223

 

 

FW

34

20

54

11

 

 

sm

 

 

277

234

511

80

FW

 

 

277

21

298

151

sm

 

 

 

 

 

231

231 = 21*11

80 ist die ZS der 7 Zahlzeichen I V X L C D M (9+20+21+11+3+4+12).

6.      Catull hat – um übersichtshalber zusammenzufassen – in dreifacher Weise die Diagonalen des SATOR-Quadrats berücksichtigt und – entsprechend den zwei Versen – die horizontal und vertikal gleiche Leseweise einbezogen:

·     Die ZS 147 der Diagonalachse wird durch die ZS+FS von 3mal O+S erreicht.

·     Die ZS 134 von 3 O+S + 2 T ist gleich der ZS der 8 Eckbuchstaben.

·     Die ZS 468 der 40 SQ-Buchstaben kommt durch zweimal die ZS+FS 134+100 = 234 der 8 Eckbuchstaben zustande.

Catull sieht sich offensichtlich in seinen seelischen Qualen wie auf einem Diagonalkreuz ausgespannt, mit gespreizten Armen und Beinen.

7.      Catull hat die verschiedenen gematrischen Beziehungen seiner drei Namen C/GAIUS VALERIUS CATULLUS erforscht. Einige gematrische Werte führen auch zum SATOR-Quadrat. Es darf als sicher gelten, daß das PATER-NOSTER-Kreuz bekannt war. Nun entspricht die ZS+FS 55+31 = 86 von GAIUS der ZS von NOSTER. Dessen FS ist 71 dieselbe wie die von CATULLUS. PATER NOSTER haben dieselben Endbuchstaben TERdreimal. In zwei Wörter geteilt bedeutet NOS TERwir dreimal, ein Hinweis auf die drei göttlichen Personen. Die 4Werte von PATER sind 141 = 3*47:

 

ZS

FS

sm

FW1

FW2

sm

GS

PATER

57

50

107

22

12

34

141

NOSTER

86

71

157

45

71

116

273

 

143

121

264

67

83

150

414

141 = 3*47; 273 = 21*13

47 ist die ZS von DEUSGott. Also ist die 4W-Summe 141 wiederum ein Hinweis auf die drei göttlichen Personen. Die 4Werte von NOS TER sind:

 

ZS

FS

sm

FW1

FW2

sm

GS

NOS

45

30

75

11

10

21

96

TER

41

41

82

41

41

82

164

 

86

71

157

52

51

103

260

Die 4W-Summen der Zusammen- und Getrenntschreibung sind 273 und 260 = 13*(21:20) = 13*41. Die ZS 41 von TER ist also in der Addition wiederum ein Faktor.

 

OD(I)

ET

AMO

QUAR(E)

ID

sm

FACIAM

GS

ZS

27

24

27

59

13

150

32

182

FS

19

24

17

40

10

110

23

133

 

74

66

70

169

43

260

55

315

 

NESCIO

 

 

SED

 

 

FIERI

 

ZS

62

 

 

27

 

89

46

135

FS

44

 

 

17

 

61

39

100

 

154

 

 

70

 

150

85

235

GS

 

 

 

 

 

410

140

550

182+135 = 317; 133+100 = 233

315:235 = 5*(63:47); 410+140 = 550

Die ZS+FS 55 von FACIAM ist als Ichbewußtsein von GAIUS mit der ZS 55 interpretierbar. Sie ist gleichzeitig ein Zehntel der Gesamtsumme 550, die sich aus den Umkehrsummen 410+140 zusammensetzt. 410 dürfte Bezug auf die ZS 41 von TER nehmen, 140 ist die FS von C (3) VALERIUS (66) CATULLUS (71).

Die ZS+FS 260 ist die ZS+FS von GAIUS CATULLUS:

 

ZS

FS

sm

FW

GAIUS

55

31

86

45

CATULLUS

103

71

174

34

 

158

102

260

22  

FW

81

22

103

 

45+34 = 79+22 = 101

Weitere FW-Additionen führen zu den ZS 103 und 101 von CATULLUS und VALERIUS.

158 ist die ZS von NET OPERA SATOREs webt die Werke der Schöpfer, das vom Mittelpunkt aus nach beiden Richtungen in S-Windung gelesen werden kann:

R

O

T

A

S

O

P

E

R

A

T

E

N

E

T

A

R

E

P

O

S

A

T

O

R

Die Initialen NOSwir sind Bestandteil des Wortes NOSTER.

Die FS 102  ist die ZS der 8 verschiedenen Buchstaben und des Wortes PENSATORder Wiegende, Vergeltende:

P

E

N

S

A

T

O

R

15

5

13

18

1

19

14

17

20

31

20

31

Die ZS 31 von OR ist auch in die FW von GAIUS aufteilbar:

 

G

A

I

U

S

 

ZW

7

1

9

20

18

55

FW

7

1

6

9

8

31

 

14

17

86

Die verbleibende ZS 71 von PENSATOR ist folgendermaßen auf die FS von CATULLUS aufteilbar:

C

A

T

U

L

L

U

S

3

1

19

20

11

11

20

18

3

1

19

9

11

11

9

8

Der Bezug der ZS+FS 550 zu GAIUS zeigt sich darin, daß die FW1+FW2-Summen der 9 Wörter 310 beträgt, also das Zehnfache der FS 31 von GAIUS.

 

 

 

Erstellt: November 2019

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