PORTA CAPENA im Sator-Quadrat

Das unter Strukturelle Gesichtspunkte eingeführte Beispiel eines Verses des Ovid soll hier wiederholt und erweitert werden.

1.      Im 6. Buch der Fasten, Vers 192, hat Ovid durch das Wort PORTA und der ZS 303 die Beziehung zum SATOR-Quadrat bezeugt. Das Distichon lautet:

191 Lux eadem Marti festa est, quem prospicit extra

192 ADPOSITUM TECTAE PORTA CAPENA VIAE:

Derselbe Tag ist auch dem Mars geweiht, auf (dessen Tempel),

der neben der gepflasterten Straße gelegen ist, das Capenische Tor schaut.

Die Zahlensummen und Faktorensummen (FS) der beiden Zeilen sind:

Lux (52) eadem (27)   Marti (58) festa (49) est, (42)   quem (53)    prospicit (119)    extra (63)

a(4) e(6) i(3) o(1) u(2)

V 16

115

79

-36

c(1) d(1) f(1) l(1) m(3) p(2) q(1) r(3) s(3) t(5) x(2)

K 23

348

258

-90

 

 

463

337

-126

adpositum (112)    Tectae (52)   porta (66)     Capena (38)     Viae. (35)

a(6) e(4) i(2) o(2) u(2)

V 16

112

74

-38

c(2) d(1) m(1) n(1) p(3) r(1) s(1) t(4)

K 14

191

155

-36

 

30

303

229

-74

303+229 = 532 = 4*7*19

Von den fünf Wörtern des Pentameters nimmt PORTA die Mitte der Zeile ein.

Die 30 Buchstaben hat Ovid so gewählt, daß nicht mehr als 4 T, 4 E und 1 N das TENET-Kreuz bilden und ein einziges R die Darstellung nur einer PORTA ermöglicht.

Die Buchstaben O A P ergänzen die Vorgabe der blauen Buchstaben, zwei weitere Buchstaben O+A stellen die originale zweite Zeile her.

5 Buchstaben sind zusätzlich zu plazieren. Die vertikalen und horizontalen ZS der vorstehenden Grafik geben die ZS des SATOR-Quadrats richtig wieder, nicht allerdings die ZS der Diagonalachsen. Eine optimalere Anordnung der nicht blauen und grünen Buchstaben ist denkbar.

2.      Bei Ovid findet sich das Wort PORTA in 9 Versen. Nur ein Vers hat die ZS 303 des SATOR-Quadrats. Schlüsselwörter sind TECTAE und PORTA CAPENA:

·     Die Straße ist mit vorwiegend quadratischen oder rechteckigen Platten gepflastert und hat somit Beziehung zum quadratischen Buchstabenquadrat. 30 Buchstaben bedeuten ein Rechteck 6*5.

·     TECTAE enthält zwei gegenüberstehende T im SATOR-Quadrat. T ist Initiale von TEMPLUM und versinnbildlicht so die tragenden Säulen des kultischen Bauwerks, das gewöhnlich rechteckige Form besitzt.

·     TECTAE hat die ZS 52 wie OPERA und auch die FS ist 52, weil die Zahlenwerte (ZW) aus Primzahlen bestehen. Der FW von 52 ist 17, 52+17 = 69 ist die ZS von SATOR/ROTAS. Auf diese Weise gibt TECTAE 4 Zeilen des SATOR-Quadrats wieder.

·     Der ZS 38 = 2*19 von CAPENA entsprechen 2 T.

·     Die 4W-Summe von CAPENA enthält die ZS 69 und 52 von SATOR OPERA:

 

ZS

FS

sm

FW1

FW2

sm

GS

CAPENA

38

31

69

21

31

52

121

·     Einen bedeutsamen Anstoß für seine gematrische Konstruktion dürfte Ovid dadurch erhalten haben, daß die ZS 66+38 = 104 von PORTA CAPENA der FW von 303 = 3*101 = 104 ist. Tatsächlich ist nur C = ZW 3 kein Buchstabe aus dem SATOR-Quadrat, sodaß sich die ZS der beiden Wörter aus 3+101 zusammensetzt.

·     PORTA und CAPENA haben ein P mit der ZW 15 gemeinsam. Aus 2*15 Elementen besteht ein DR-Kreuz, das Auch im SQ nachgebildet ist.

3.      Die vier möglichen Tore führen ins innere Rautenquadrat:

CAPENA enthält die "Eintrittsformel" EN. Die beiden Buchstaben mit den ZW 5+13 bilden die Mitte eines Umlaufs der DR-Rahmenelemente von 1-17:

Die Faktoren der zusammengesetzten Zahl 513 sind 27*19 = FW 28. 28 verweist auf 2+8 Linien und durch 4*7 auf 4 Flächen + 7 Punkte der DR.

4.      Die ZS der vier Tore beträgt 2*(66+34) = 200, die ZS der 5 Buchstaben des inneren Rautenquadrats 33, die ZS der 4 Eckbuchstaben 2*35 = 70. Es ergeben sich so die ZS 200+103 = 303.

Ovid nutzt diese Werte für eine wahrhaft geniale Konstruktion:

·     Die ZS der beiden Verse sind 303+463 = 766, die FS 229+337 = 566. Die Differenz zwischen FS und ZS beträgt 200, die ZS der vier Tore. 66+66 stellen zwei Tore dar, die der PORTA CAPENA und die des templum MARTI, in dessen Sichtweise sich das Tor befindet.

·     Die zwei ZS und FS ergeben zusammen 1332 = 12*111 = 36*37, die Summe der 6 Umkehrzahlen der Zahl 123, vielleicht weil sie die ZS+FS 69+54 = 123 von SATOR ist. 36+37 = 73 kann die Elemente der zwei entgegengesetzten Tetraktys bei einem Mittelpunkt wiedergeben. In 36 ist auch EN zweimal enthalten, sodaß das Produkt 18*74 die Differenz 74 von Vers 192 erklären könnte.

·     Von den zwei ZS und FS ist nur 303 keine Primzahl. Der FW von 303 = 104, Differenz 199. 104 ist die ZS von PORTA (66) CAPENA (38) und ZS+FS von TECTAE, wie bereits erwähnt. Durch Subtraktion von 199 von 1332 erhält man die FS 1133 = 11*103 >FW 114 = 6*19 = 3*38 der zwei ZS und zwei FS. 103 gibt die ZS wieder, die von der vier Tore-ZS 200 zu 303 übrig bleibt. Die ZS 33+70 läßt sich in der FS 337 des ersten Verses erkennen. 114 ist in 1+14 aufteilbar und entspricht den ZW von A+O und von P.

5.      Schließlich sind die 4Werte der drei Wörter MARTI PORTA CAPENA bemerkenswert:

 

ZS

FS

sm

FW1

FW2

sm

GS

MARTI

58

50

108

31

12

43

151

PORTA

66

54

120

16

11

27

147

CAPENA

38

31

69

21

31

52

121

 

162

135

297

68

54

122

419

135:162 = 27*(5:6)

297:1035 = 9*(33:115) = 9*148

Die durchschnittliche ZS und FS der drei Wörter sind die Umkehrwerte 54 und 45.

419, als 4*19 verstanden, bezeichnet die vier T des SATOR-Quadrats. 148 = 4*37 ist auf die vier Seiten des inneren SATOR-Quadrats beziehbar, von denen jede die ZS 37 hat:

Die 4W-Summe von PORTA CAPENA ist 147+121 = 268 = 4*67 und damit ein Drittel der 4W-Summe des SATOR-Quadrats:

 

ZS

FS

sm

FW1

FW2

sm

GS

ROTAS

69

54

123

26

11

37

160

OPERA

52

40

92

17

11

27

120

TENET

61

61

122

61

61

244

244

AREPO

52

40

92

17

11

27

120

SATOR

69

54

123

26

11

37

160

 

303

249

552

147

105

252

804

804 = 4*201 = 12*67

6.      Entsprechend dem Palindromcharakter des SATOR-Quadrats enthält auch Vers 192 drei Umkehrungen. Die erste zeigt sich bei der Trennung von zusammengesetzten und primen ZW, von ersteren gibt es 6 verschiedene, von letzteren 8:

 

I

O

U

M

P

S

sm

ZW

9

14

20

12

15

18

88

Hfk.

2

2

2

1

3

1

11

ZS

18

28

40

12

45

18

161

FS

12

18

18

7

24

8

87

 

 

 

 

 

 

 

248

Die ZS der Primzahlen beträgt 303-161 = 142, die FS ebenfalls 142, woraus sich die Umkehrsumme 284 ergibt. Das ZS+FS-Verhältnis der 14 unterschiedlichen Buchstaben zu den übrigen 16 beträgt 259:273 = 7*(37:39).

Die zweite Umkehrung zeigt sich bei 3:2 4W-Summen:

 

ZS

FS

sm

FW1

FW2

sm

GS

ADPOSITUM

112

71

183

15

71

86

269

PORTA

66

54

120

16

11

27

147

CAPENA

38

31

69

21

31

52

121

sm

216

156

372

52

113

165

537

TECTAE

52

52

104

17

17

34

138

VIAE

35

21

56

12

10

22

78

sm

87

73

160

29

27

56

216

GS

303

229

532

81

58

221

753

Die Summen 216 = 6³ bewirken die Umkehrungen 537 und 753 und die Faktoren 12*13 zu 12*31. Die Einzelziffern der Gesamtsumme 753 weisen auf das 1x1-Modell des SATOR-Quadrats hin:

Der Palindromcharakter der Tabelle kommt durch den Wegfall der Zehnerziffern zustande.

 

Erstellt: April 2020

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