Die Marmortafel der heiligen AGATHA

 

a) Text, grammatische Strukturen, gematrische Zusammenhänge

b) Gemeinsamkeiten mit der biblischen und historischen Kreuzesinschrift

c) MAMILLAE; TESTAE, CARBONES

(Die folgenden Ausführungen schließen sich dem Thema "AGATHA, AGNES, LUCIA nach der LEGENDA AUREA des Jacobus de Voragine" an.)

Die bekannteste Darstellung des Martyriums der heiligen Agatha findet sich in der Legenda Aurea des Jacobus de Voragine (1226-1297), sie findet sich im Ökumenischen Heiligenlexikon in einer älteren Übersetzung von Richard Benz. Über Agathas nähere Lebensumstände und ihren Leidensweg informiert ein englischsprachiger Beitrag unter Benutzung weiterer Quellen. Dort findet sich auch ein guter Überblick über die Wirkungsgeschichte der Heiligen.

a) Text, grammatische Strukturen, gematrische Zusammenhänge

1.       Nach dem Tod der heiligen Agatha ereignete sich der Legende nach ein Wunder. Jacobus von Voragine stellt es nach frühchristlicher Quelle so dar:

Als die Gläubigen ihren Leichnam mit Balsam einsalbten und in einen Sarkophag legten, kam ein Jüngling, in Seide gekleidet, mit mehr als hundert wunderschönen Männern, die man noch nie in dieser Gegend gesehen hatte, in weißen, gestickten Gewändern zu ihrem Leichnam, legten vor aller Augen bei ihrem Haupt eine Tafel nieder, und verschwand sogleich. Übersetzung Bruno Häuptli

Die lateinische Inschrift lautet:

MENTEM SANCTAM SPONTANEAM

HONOREM DEO ET PATRIAE LIBERATIONEM

Auffällig sind drei Substantive im Akkusativ ohne Subjekt und Prädikat. Jacobus übernahm eine erklärende Praphrasierung aus einer etwas früheren Legendensammlung des Vinzenz von Beauvais:

Mentem sanctam habuit, spontaneam se obtulit,

honorem deo dedit et patriae liberationem fecit.

Sie lautet übersetzt:

Sie hatte eine heilige Gesinnung, sie gab freiwillig ihr Leben hin,

erwies Gott die Ehre und erwirkte die Befreiung ihrer Heimat.

2.       Die Inschrift klingt ungewöhnlich und rätselhaft, ähnlich einem Orakel. Die acht Wörter sind stilistisch kunstvoll gefügt: Dem ersten Substantiv MENTEM folgen zwei alliterierende adjektivische Attribute SANCTAM SPONTANEAM. Die zwei weiteren Substantive HONOREM und LIBERATIONEM der zweiten Zeile sind chiastisch gestellt. DEO und PATRIAE sind Dativobjekte, letzteres könnte auch Genitivattribut sein, allerdings in gleicher Bedeutung. Auf diese Weise ergibt sich das Verhältnis von 1:2 Substantiven zu 2:2 abhängigen Gliedern. Das Wortverhältnis der zwei Zeilen ist 3:5. Das Verbindungswort ET hat mehrere Funktionen. Wie noch im Einzelnen aufgeführt wird, sind Zahlensummen (ZS) der 4 abhängigen Glieder und der drei Substantive 268+266 Konstitutivzahlen ihrer Summe 534 = 6*89.

3.       Der Ausdruck PATRIAE LIBERATIONEM kann sich auf Umstände von Agathas Martyrium beziehen: Als ihr nackter Leib auf Glasscherben und glühenden Kohlen gewälzt wurde, ereignete sich ein Erdbeben. Kurz darauf starb Agatha, und ihr Verfolger Quintianus wurde von seinen eigenen Pferden getötet. Auf diese Weise wurde die Stadt von einem heidnischen Unmenschen befreit. Vielleicht erinnerten sich die Bewohner an die Verheißung der Inschrift, als ein Jahr später nach einem Ausbruch des Ätna ein Lavastrom die Stadt bedrohte. Da hielten die Bewohner den Schleier, der ihr Grabmal bedeckte, dem Feuer entgegen, worauf dieses zum Stehen kam.

4.       Was ist von der wunderbaren Herkunft der Inschrift zu halten? Ihre orakelhafte, syntaktisch unvollständige Formulierung lenkt besondere Aufmerksamkeit auf sich, als wolle sie dazu auffordern, ihre tieferen Geheimnisse zu erforschen. Da die universale Ordnung des Dezimalsystems der lateinischen Sprache und ihrem Alphabet durch heilsgeschichtliche Fügung eingeprägt ist, darf man von einer vollkommenenen gematrischen Gestaltung ausgehen. Wie auch in vielen anderen Fällen, gibt es leicht zu erkennende und komplexe und schwierigste gematrische Zusammenhänge. Auch wenn man wollte, werden sich nicht alle Geheimnisse entschlüsseln lassen, da sie menschliches Erkennen übersteigen. Ich versuche, das Erkennbare darzulegen.

Über die gematrischen Eigenschaften des Namens AGATHA, der in der Inschrift selbst nicht erscheint, habe ich schon an anderer Stelle geschrieben, sie sollen aber hier erneut behandelt werden. Die Zahlenwerte (ZW) und Faktorenwerte (FW) der 6 Buchstaben sind:

 

A

G

A

T

H

A

sm

ZW

1

7

1

19

8

1

37

FW

1

7

1

19

6

1

35

 

 

 

 

 

 

 

72

Der Name ist ganz auf die Tetraktys und den Tetraktysstern ausgerichtet. Die Tetraktys besteht aus 37 Elementen: 10 Punkten, 18 Linien und 9 Dreiecksflächen, aus 19+18 Elementen. 7 Punkte, denen der Buchstabe G entspricht, sind im Hexagon enthalten, das um 3 Punkte zur Tetraktys erweitert wird:

Die drei A lassen sich naheliegend auf die drei göttlichen Personen beziehen. Die Zahlensumme (ZS) + Faktorensumme (FS) 72 = 3*24 setzt sich aus ihren Konstitutivzahlen 37 und 35 zusammen. Das Flächenverhältnis des hexagonalen Kreises zum äußeren Kreisring beträgt 1:2, zum ganzen äußeren Kreis 1:3. Diese Verhältnisse können durch die in den beiden Kreisen enthaltenen Elemente wiedergegeben werden. Ohne Mittelpunkt enthält der hexagonale und der Erweiterungsbereich jeweils 24 Elemente. Nach analoger Entsprechung geben geben 24:24 Elemente das Flächenverhältnis 1:2 und 24:(24+24) = 24:48 = 72 Elemente das Flächenverhältnis 1:3 wieder. Wie die Zahl 72 die trinitarische Zahl 7 repräsentieren kann, findet sich an anderer Stelle. Dort geht es besonders um die Zahl 58, die in der ZS 558 und FS 458 der Inschrift enthalten ist.

Von der ZS und FS kann wiederum der FW ermittelt werden. Es ergeben sich somit 4Werte:

 

ZS

FW

sm

FS

FW

sm

GS

AGATHA

37

37

74

35

12

47

121

121 = 11*11

Die Palindromzahl 121 ist auf zwei Kreishälften anwendbar, deren zwei Kreislinienpunkte mit 1 und 2 bezeichnet werden, so daß sich die erste Kreislinienhälfte von 1 bis 2 erstreckt und die zweite von 2 bis 1 zum Ausgangspunkt zurückkehrt:

Das Verhältnis der Umkehrzahlen 12:21 ist 3*(4:7).

Den Faktoren 11*11 entsprechen jeweils 11 Elemente zweier Rautenfiguren, die sich durch die Erweiterung des Hexagons zum Tetraktyssten dreimal zu einer Doppelraute (DR) zusammenschließen:

Ein Dreieck besteht aus 7 Elementen, 4 weitere bilden die Rautenfigur. Je nachdem ob man von außen nach innen oder von innen nach außen rechnet, verhält sich die Reihenfolge umgekehrt. In vorstehender Grafik bedeuten 7:4 Elemente der liegenden Figur das Kreisflächenverhältnis 3:1, und 4:7 der schräg stehenden das Kreisflächenverhältnis 2:1.

Im Vorgriff auf die gesamten folgenden Untersuchungen ist die Bedeutung des Tetraktyssterns zu erklären. Er ist sich nicht selbst genug, sondern entwickelt sich durch jeweils zwei DR, die in ein Achsenkreuz gebracht sind, durch Faltung und Zusammenführung der äußeren Punkte zu einem von drei möglichen Oktaedern weiter:

 

5.       Die 4Werte der 8 Wörter der Inschrift sind:

 

Bu.

ZS

FS

sm

FW1

FW2

sm

GS

MENTEM

6

66

56

122

16

13

29

151

SANCTAM

7

67

52

119

67

17

84

203

SPONTANEAM

10

111

84

195

40

14

54

249

 

23

244

192

436

123

44

167

603

HONOREM

7

83

66

149

83

16

99

248

DEO

3

23

18

41

23

8

31

72

ET

2

24

24

48

9

9

18

66

PATRIAE

7

67

57

124

67

22

89

213

LIBERATIONEM

12

117

101

218

19

101

120

338

sm

31

314

266

580

201

156

357

937

GS

54

558

458

1016

324

200

524

1540

558 = 18*31 >FW 39 = 3*13

1540 = 140*11 = 110*14 = FW 18+9 = 27

Wie von AGATHA selbst, ist auch die 4W-Summe der Inschrift durch 11 teilbar. Damit bekommt der Zahl 11 und der DR wegen der 4W-Summe 11*11 von AGATHA eine zentrale Rolle zu. Die ZS der abhängigen Substantive und Adjektive ergänzen in Kreuzstellung jeweils zu 2*67 = 134: SANCTAM+PATRIAE, SPONTANEAM+DEO. Die Gleichung 1+3=4 ist – bei zwei Mittelpunkten – auf die Punkte der DR beziehbar:

 

Durch 2*134 kommt ein DR-Kreuz zustande.

Die Einzelziffern der Buchstabenzahlen 23 und 31 der beiden Zeilen sind als Kreisflächenverhältnisse  2:3 und 3:1 zu verstehbar. Das erste Verhältnis ergibt sich aus der Flächengröße 2 des äußeren Kreisrings zum ganzen äußeren Kreis, das zweite aus dem ganzen äußeren Kreis zum hexagonalen Kreis.

Die ZS der 8 Wörter können so geordnet werden, daß jeweils zwei Summen durch 18 teilbar sind, z.B.: 117+111+24 = 252, 66+67+83+23+67 = 306 = 18*(14:17); 252+23+67 = 342, 66+67+83 = 216 = 18*(19:12).

Die FS der 8 Wörter und ihre FW sowie die ZS und ihre FW sind jeweils durch 14 teilbar: 458+200 = 658 = 14*47; 558+324 = 882 = 2*21² = 14*63; 658:882 = 14*(47:63). Die Einzelziffern der Zahlen 47 und 63 ergänzen sich komplementär zu 10.

6.       Die oben festgestellte grammatikalische Ordnung der 7 Wörter (ohne ET) zeigt sich in den 4W-Summen: Die drei Akkusativobjekte und vier dazugehörigen Wörter sind summengleich:

MENTEM

151

SANCTAM

203

HONOREM

248

SPONTANEAM

249

LIBERATIONEM

338

DEO

72

 

 

PATRIAE

213

25 Bu.

737

27 Bu.

737

737 = 11*67 >FW 78

Die Einzelziffern der beiden Summen 737 sind als 7 hexagonale Punkte, 3 Eckpunkte der Tetraktys und wiederum 7 hexagonale Punkte verstehbar. Sie geben 1+2+1 Kreisflächeneinheiten wieder und entsprechen in dreistelliger Zusammensetzung der 4W-Summe 121 = 11*11 von AGATHA. Agatha wird somit zweimal eine DR zugeordnet, also einem DR-Kreuz, das zur Bildung eines Oktaeders führt. 1:3 Werte der 4 Attribute haben das Verhältnis 67*(4:7).

7.       Die Faktoren 11 und 67 sind FW1/2 des Wortes VIRGOJungfrau:

 

ZS

FS

sm

FW1

FW2

sm

GS

VIRGO

67

48

115

67

11

78

193

Die Einzelziffern der GS 193 geben die 13 Punkte des Tetraktyssterns wieder: Mittelpunkt, 9 Rahmenpunkte der Tetraktys und 3 übrige Eckpunkte:

Die Zahl 193 ist auch deshalb von Bedeutung, weil die römische Gesellschaft politisch in 193 Centurien gegliedert war. Das Wort VIRGO hat daher einen besonderen Bezug zum Kult der VESTA, den in klassischer römischer Zeit 6 Jungfrauen 30 Jahre lang versahen. Das Opfer ihrer Jungfräulichkeit sollte dem römischen Staatswesen Glück und Stabilität verleihen. Auf Agathas jungfräuliches Gelübde nahm der Vertreter des Staates Quintianus indes überhaupt keine Rücksicht, die Verordnungen des Kaisers Decius (249-251) gegen die Christen nahm er vielmehr als willkommenen Vorwand, Agatha für seine wollüstigen Absichten habhaft zu werden. Quintianus macht durch seine Begierlichkeit und Grausamkeit den VESTA-Kult unglaubwürdig. AGATHA verkörpert eine neue Ordnung der Jungfräulichkeit, die nicht dem Staat, sondern dem wahren Gott dient und damit dem Staat einen größeren Dienst erweist als eine religiöse Ordnung, deren Zeit unwiderruflich abgelaufen ist. Als das Heiligste ihrer Jungfräulichkeit werden ihre Brüste gemartert und abgeschnitten. Es ist denkbar, daß Agatha ausersehen war, die Zahlen 67+11 = 78 auf das Opfer ihrer Brüste hin Wirklichkeit werden zu lassen, wenn diese Zahlen nicht schon vorher im Sinn dieses körperlichen und symbolischen Merkmals interpretiert wurden. In einem weiteren Kapitel wird auf diese Interpretation näher eingegangen.

8.       Es liegt nahe, die 8 Wörter den 8 Dreiecksflächen des Oktaeders zuzuordnen. Wenn man die 4W-Summe 66 = 6*11 von ET den drei Akkusativen hinzufügt, ist die Buchstabenzahl beider Wortgruppen jeweils 27 und das 4W-Summenverhältnis ist 11*(67:73) >FW 78+84 = 162 = 9*18. Die Einzelziffern der beiden Verhältniszahlen lassen sich als 13 Punkte des Tetraktyssterns und 10 Punkte einer Tetraktys betrachten.

Die Verhältniszahlen 67 und 73 sind ZS der Wörter TESTAEScherben und CARBONESKohlen und weisen auf Agathas zweites Martyrium. Der gemeinsame Faktor 11*(67:73) ist auf die 11 Elemente der Raute beziebar, die sowohl eine scharfe Scherbe als auch eine glühende Kohle darstellen kann.

Man kann zweimal je zwei Wörter (von unten nach oben) auf der vorderen und rückwärtigen Raute (11) und je zwei Wörter auf dem unteren und oberen Doppeldreieck (6+7)anordnen. Die vier Wörter der Rautenfiguren verlaufen von unten links gegen den Uhrzeigersinn, die vier Wörter der zwei Doppeldreiecke im Uhrzeigersinn von unten links: das Schlußwort HONOREM  oben links setzt sich fort mit DEO unten links, PATRIAE erscheint nun nachgestellt als Parallelismus zu HONOREM DEO:

 

 

Rauten

 

Doppeldreiecke

 

oben

HONOREM

SPONTANEAM

17

ET

LIBERATIONEM

14

unten

MENTEM

SANCTAM

13

DEO

PATRIAE

10

Die Buchstabenzahl 23+31 der unteren und oberen Hälfte entspricht der der ersten und zweiten Zeile. Die Einzelbuchstaben von AGATHA werden den 6 Oktaederecken zugeordnet. Als Berechnungsgrundlage werden die ZS+FS genommen:

Die 6 Buchstaben von AGATHA sind von unten nach oben auf den 6 Ecken der mittleren Figur angeordnet. Die untere und obere Ecke wird mit dem Anfangs- und Endbuchstaben A (1+1) besetzt, die 4 Ecken der gemeinsamen Mittelbasis mit der ZS 35+FS 33 der Buchstaben -GATH-. Auf diese Weise ergibt sich für jede Hälfte die ZS 36+FS 34 = 70. 70 ist die ZS von IESUS, 36 die FS und folglich 34 die Differenz zwischen FS und ZS. Die ZS+FS der oberen und unteren Oktaederhälfte sind:

unten

 

oben

 

MENTEM

122

HONOREM

149

SANCTAM

119

SPONTANEAM

195

DEO

41

ET

48

PATRIAE

124

LIBERATIONEM

218

AGATH

70

AGATH

70

 

476

 

680

476+680 = 1156

476:680 = 68*(7:10)

Die Zahl 68 = 4*17 umfaßt zwei Aspekte. Erstens, eine DR enthält, als Erweiterungen des sanduhrförmigen Doppeldreiecks, zwei "Fischfiguren" aus je 17 Elementen, zusammen 34 und im DR-Kreuz vierfach vertreten:

Zweitens, eine Oktaederhälfte besteht aus 8 Elementen der Mittelbasis und 9 Elementen des pyramidalen Aufbaus.

9.       Druch Hinzuführung der 4W-Summe 121 von AGATHA zur 4W-Summe 1540 der Inschrift ergibt sich 1540+121 = 1661 = 11*151 >162 = 9*18. Die Primzahl 151 gibt die Punktestruktur der DR wieder, die Zahl 1661 zweimal 7 Punkte des Tetraktyssterns und seiner zwei konzentrischen Kreise: Der äußere Kreis bedarf einer zweiten Verwendung des hexagonalen Kreismittelpunktes. Auf diese Weise entsteht durch zweimal 7 Punkte das Kreisflächenverhältnis 1:3.

Die Zahlen 9 und 18 entstehen durch die Addition und Multiplikation von 3 und 6. Die drei göttlichen Personen werden durch die Zahl 3 selbst und durch die Addition der ersten drei Zahlen 1+2+3 = 6 wiedergegeben. Bei der Oktaederbildung werden die äußeren Punkte vereinigt. Bei einer schleifenförmigen Numerierung des DR-Rahmens steht die Zahl 18 rechts neben der Zahl 9:

Werden nur die Punkte numeriert, steht die Zahl 9 neben der Ausgangszahl 1 und kann zweistellig als 19 gelesen werden. Bei der Vereinigung der zwei äußeren DR-Punkte ergibt sich so 5+19, deren Buchstabenentsprechung das Verbindungswort ET ist. Numerierungsverlauf 1-5-9 zeigt sich in der ZS 45+114 = 159 von 9 E und 6 T der Inschrift. Aus 9+6 Rahmenelementen besteht der hexagonale und der Erweiterungsbereich der DR.

Nach der Numerierungszahl 9 kann neben der Zahl 5 die Zahl 10 analog zur Zahl 18 der ersten Numerierung stehen, sie wird aber im Falle des ET nicht berücksichtigt.

10.  Die Zahl 18 kann sich auf 18 Rahmenelemente des Tetraktyssterns beziehen, auf 18 Numerierungspositionen des DR-Rahmens und auf zweimal 9 Elemente zweier Zickzacklinien, die den DR-Rahmen bilden. 18 in der ZS+FS 72 = 4*18 von AGATHA enthalten. Tetraktys und DR haben zusammen 37+21 = 58 Elemente. Die Zahl 58 erscheint auffällig in der ZS 558 und der FS 458 der Inschrift.

11.  Die 54 Buchstaben sind nach Häufigkeit der Vokale und Konsonanten folgendermaßen verteilt:

a(7) e(9) i(3) o(5)

24

149

115

264

b(1) c(1) d(1) h(1) l(1) m(6) n(6) p(2) r(3) s(2) t(6)

30

409

343

752

24:30 = 6*(4:5); 264:752 = 8*(33:94)

Das Verhältnis von 54 Buchstaben zur ZS 558 bedeutet, daß je 3 Buchstaben die ZS 31 haben: 18*(31:3). Die Einzelziffern der Verhältniszahlen geben die 7 Punkte der DR wieder.

12.  Nun könnte die Grabinschrift zu einer beliebigen Frau gehören. Wie kann aber gematrisch erkennbar gemacht werden, daß es sich um die heilige AGATHA handelt? Als erster Beweispunkt ist anzunehmen, daß die Teilbarkeit der 4W-Summe 1540 durch 11 sich nach der ihres Namens richtete:

AGATHA

37

35

72

37

12

49

121

121 = 11*11

Fügt man AGATHA als Subjekt der Inschrift hinzu, beträgt die neue ZS 558+37 = 595 und die FS 458+35 = 493. Das FS:ZS-Verhältnis beträgt nun 17*(29:35) = 17*64 >17+12 = 29. Die geometrische Entsprechung von drei A findet sich in der "Fischfigur", deren 6 Punkte und 8 Linien 3 Dreiecke umschließen und die in der Tetraktys dreimal und in der DR zweimal zu erkennen ist:

Aus zwei Tetraktys ergibt sich die doppelte Summe 102. Die Differenz der FS 458 zur ZS 558 erhöhte sich nach Hinzutreten des Buchstabens H in AGATHA um 2 auf 102.

Die Einzelziffern der ZS 595 stellen ein Achsenkreuz aus 10+9 Elementen dar, die ZS+FS 1088 ein Achsenkreuz aus Mittelpunkt und zweimal 8 Symmetrieelementen. 595 ist die ZS der biblischen und historischen Kreuzesinschrift.

Die Zahlen 29 und 35 spielen eine bedeutende Rolle in der lateinischen Gematrie. Sie bestehen aus den Buchstaben I+V = 9+20 = 29 und den Zahlzeichenbedeutungen 1+5 = 6. IV bilden die Anfangsbuchstaben des Gottes IVPPITER oder die Göttin IVNO, ist aber auch in IESUS CHRISTUS enthalten. Da die AGATHA-Inschrift enge gematrische Beziehungen zur Kreuzesinschrift aufweist, fehlt in ihr – wohl aus komplementären – Gründen das U. Freilich ist dabei mitzudenken, daß Agatha die römischen Götter – insbesondere IVPPITER – ablehnt und ihr Heil einzig auf IESUS CHRISTUS setzt.

13.  Die besondere Rolle der Zahlen 17 und 29 ist der Grund für das ungewöhnliche Auftreten von drei Akkusativen mit der Endung -EM und keinem Prädikat. Ihre ZW sind 5+12 = 17, ihre FW 5+7 = 12, zusammen 29. Die Faktoren der zusammengesetzten Zahl 512 sind 2 hoch 9. Ein DR-Kreuz aus 29 Rahmenelementen setzt sich zusammen aus 17 hexegonalen und 12 Erweiterungselementen:

17:12 Rahmenelemente bedeuten das trinitarische Kreisflächenverhältnis 1:2, 17:29 Elemente das Verhältnis 1:3. Dasselbe Verhältnis wird durch 5:7 DR-Punkte wiedergegeben.

Auch die Endung -AM zeigt in den Einzelziffern der ZW 1+12 das Kreisflächenverhältnis 1:3. Ihr doppeltes Vorkommen ist insofern sinnvoll, als die ZS des Namens CHRISTUS 112 ist und ebenfalls 112 die FS von IESUS (36) CHRISTUS (76). Die Adjektive SANCTAM und SPONTANEAM erweisen die heilige Agatha in der besonderen Nachfolge Jesu Christi.

14.  Auffällig sind die ZS 558 und die FS 458 wegen derselben hinteren zwei Stellen. Die Namen IESUS CHRISTUS bestehen aus 5 und 8 Buchstaben. Geometrischer Bezug sind die Radialelemente der DR, die in einem Kreis doppelt vorhanden sind:

Der äußere Kreis wird einmal nur in seiner Erweiterung (2 Flächeneinheiten) und einmal als ganzer Kreis (3 FE) gerechnet. Die Einzelziffern 5 und 4 der ZS 558 und der FS 458 beziehen sich auf 5 hexagonale und 4 Erweiterungselemente des zickzackförmigen Durchmessers der DR.

Den Kreisflächenverhältnissen 1:2 und 1:3 der Radialelemente 5:8 entsprechen – auf der Grundzahlenskala 1-9 – die komplementären Zahlen 9+8 und 9+7 zusammen mit ihren FW: Die FW der beiden Zahlenpaare sind 6+7 = 13 und 6+6 = 12. Die Additionen 16+13 und 17+12 ergeben beide Male 29 und zusammen 58.

15.  Zu klären ist der Faktor 18, der deutlich in der ZS 558 = 18*31 und ihrer FW-Summe 324 = 18*18 in Erscheinung tritt. Ähnlich wie die Zahlen 9 und 7 sind auch 10 und 8 die trinitarischen Komplementärzahlen zu 1 und 3. Ihre FW sind 7+6 = 13, so daß die Addition 18+13 zur Umkehrung 31 führt. Die geometrische Entsprechung besteht in 13 Elementen dreier Hexagonachsen und Tetraktysseiten:

Das Verhältnis der FW-Summe 324 zu ihrer ZS 558 zeigt eben dieses Verhältnis: 324:558 = 18*(18:31) >FW 39 = 3*13. Die interne Differenz der Verhältniszahlen 18:31 zwischen FS und ZS beträgt 13. Die Faktoren des FW 39 = 3*13 geben die 7 Flächeneinheiten der 5+8 Radialelemente wieder.

16.  Auch die Bedeutung der 54 Buchstaben verlangt nach einer Erklärung. Ohne ET ergeben 25 Buchstaben der drei Substantive die gleiche 4W-Summe 737 wie die 27 Buchstaben der vier untergeordneten Wörter. Fügt man ET mir der 4W-Summe 66 zu den 25 Buchstaben hinzu, ist das Zahlenverhältnis von 27:27 Buchstaben 11*(73:63). Die gleichen Zahlen sind so zu verstehen, daß der Tetraktysstern sich innerhalb zweier konzentrischer Kreise befindet, die aus je 3 Elementen bestehen: Mittelpunkt, Kreislinie und Fläche. Demnach kommen nach Erstellung des ersten Kreises 24 hexagonale Elemente hinzu. Durch Zusammensetzung erhält man die dreistellige Zahl 324 = 18², die als FW-Summe der acht ZS ermittelt wurde. Die Zahl 18 könnte als 6*3 Radialelemente der drei Hexagonachsen zu verstehen sein. Zu den 25 Elementen des Hexagons kommen durch Verlängerung der 6 Segmentlinien weitere 24 Elemente hinzu. Für einen weiteren Kreisbogen ist der Mittelpunkt einerseits schon vorhanden, andererseits muß er ein zweites Mal aufgesucht werden. Daraus ergibt sich die zusammengesetzte Zahl 243, welche die ZS+FS der beiden Wörter SANCTAM PATRIAE ist:

SANCTAM

7

67

52

119

PATRIAE

7

67

57

124

 

 

134

109

243

119 =7*17; 124 = 4*31

Insofern der Mittelpunkt schon vorhanden ist, besteht die Hinzufügung des ET aus den zwei Elementen des äußeren Kreisbogens und seiner umschlossenen Fläche. Das Flächenverhältnis 3:1 zeigt sich in der Addition der FS der beiden Zahlen 324 und 243: 16+15 = 31.

Da Jesus Christus alles zum göttlichen Ursprung zurückführt, ist es sinnvoll, die übergeordneten Substantive dem Außenbereich und die abhängigen Wörter dem hexagonalen Bereich zuzuordnen.

 

Erstellt: März 2015

Überarbeitet: Februar 2019

 

INHALT 2