MARIA VON KINSAU

a) Überblick

b) Die Inschriften

c) Gematrische Anmerkungen; Kernkonstruktion

a) Überblick

Am 5. Dezember 2018 erschien im Oberbayerischen Volksblatt ein Artikel über eine vor drei Jahren wiedergefundene Mariendarstellung in Kinsau, Kreis Landsberg Lech. Sie wird dem Maler Veit Benno LEDERER zugeordnet, von dem man nur das Todesjahr 1745 weiß. In der Zwischenzeit wurde das Gemälde restauriert und befindet sich nun im Rathaus von Kinsau.

In dem OVB-Artikel wird vermutet, daß auf dem Gemälde Maria die apokalyptische Frau dargestellt werde, eine endgültige Deutung wird jedoch offen gelassen.

Auf diese vorläufige Deutung deuten indes nur die Mondsichel und der Drache. In Wirklichkeit zeigt Marias himmelwärtsgerichteter Blick bildmotivisch, daß sie im Begriff ist, zum Himmel emporzusteigen. Nach einer frühchristlichen Legendentradition des "Transitus Mariae", des Hinübergangs Marias, die besonders durch die Legenda Aurea des 13. Jahrhunderts weite Verbreitung fand, wurde Maria in einer Grabkammer beigesetzt und am dritten Tag von Jesus inmitten der Apostel mit ihrer Seele wiedervereint. Die drei Inschriften MATER PURISSIMA, TOTA PULCHRA ES, MACULA NON EST IN TEReinste Mutter; Ganz schön bist du; Kein Makel ist in dir können als Anrede ihrem Sohn Jesus, aber auch jedem Betrachter des Gemäldes in den Mund gelegt werden. Die zweite und dritte Aussage stammen aus dem Hohenlied 4,7, bilden den Anfang eines altchristlichen Mariengebets und waren bis zur Liturgiereform im Zwischengesang des Festes Maria Immaculata am 8. Dezember enthalten, nachdem die Feier dieses Festes 1708 von Papst Clemens XI. für die ganze katholische Kirche vorgeschrieben worden war. Den Genesis-Vers 3,14, in dem Gott gemäß dem Vulgata-Text zur Schlange sagt: "Sie wird dir den Kopf zertreten", bezieht der Maler auf Maria, die ihren rechten Fuß auf den Kopf des Drachens (statt der Schlange) tritt. Ihr umwickeltes Bein weist darauf hin, dass sie soeben ihrer Grabstätte entstiegen ist. Der personifizierte Tod, Symbol der Verwesung des menschlichen Körpers, wendet sich mit übergeschlagenem Bein und auf die Hand gestütztem Kopf von der Szene ab, denn Maria, mit Leib und Seele himmelwärts strebend, macht seine Anwesenheit entbehrlich.

Die horizontal ausgebreiteten Flügel des Drachens bilden die Trennungslinie der Bereiche oberhalb und unterhalb der Erde. Die Begräbnisstätte Mariens gehört dem unterirdischen Bereich des Todes an, den Satan durch seine Verführung des ersten Menschenpaares verursacht hat. Sollte er gehofft haben, Maria werde dasselbe Schicksal treffen, sieht er sich grausam getäuscht, denn der Fuß der neuen Eva, der noch in den Bereich des Todes hinunterreicht, tritt siegreich den Verführer nieder.

Die Einmaligkeit dieses Bildes besteht darin, daß der Beginn von Marias Auffahrt zum Himmel dargestellt wird und daß daran weder irdische noch himmlische Personen teilnehmen, sondern sie lediglich von 12 Engeln umgeben ist, die sich symmetrisch auf beide Hälften verteilen. Es handelt sich einerseits um drei paarweise gruppierte Engelsgesichter, die Augen des jeweils äußeren sind nach oben, die des inneren nach unten gerichtet. Andererseits um zwei Putten, die, vor dem blauen Mantel Marias mit nach oben schwebend, die Tretbewegung gegen den Drachenkopf nachahmen, der innere in grazil akrobatischer Weise, der äußere mit grimmiger Miene und angewinkeltem Bein ausholend. Ein weiteres Putenpaar liegt bäuchlings und rücklings am unteren Bildrand, das linke Gesicht schaut aus dem Bild hinaus, das rechte hat nach Auskunft des Artikels eine Binde um die Augen. Die spielerische Szene am unteren Bildrand soll offensichtlich anzeigen, daß nach dem Sieg über den Drachen auch die Unterwelt ein sicherer Ort ist – jedenfalls solange noch Marias Fuß auf dem Drachen liegt, da sie ja im nächsten Augenblick weiter nach oben schwebt. Zwei größere Engel halten links und rechts im unteren Drittel des Bildes zwei ovale Medaillons mit den erwähnten Inschriften.

In symmetrischer Entsprechung zum Tod sitzt ein junger Mann auf der linken Seite des Bildes. Oberkörper, Kopf und Blick sind steil nach oben gerichtet, um das Wunder des Aufstiegs Marias in den Himmel zu bestaunen. Sein linkes Bein, leicht angewinkelt, ragt nach unten, sein rechtes Bein, ebenfalls angewinkelt, ist aufgestellt und verdeckt den linken Arm, der ungewöhnlicht verlängt, den Stiel des Medaillons mit seiner Hand umfaßt. Der jugendliche Mann könnte der Maler sein, auf dessen Haupt eine Art Perücke zu liegen scheint. Er blickt, stellvertretend für alle Christen, nach oben in der Hoffnung, einst wie Maria himmlische Freuden zu genießen.

Maria selbst in der symmetrischen Mitte des Bildes ist mit ungewöhnlicher Kurzhaarfrisur dargestellt. Augen und Mund ihres runden Gesichts haben einen ernsten und sehnsuchtsvollen Ausdruck.

b) Die Inschriften

Besonders die drei Inschriften lassen darauf schließen, daß der Maler nach Vorgaben eines gebildeten Theologen, vielleicht des Ortsgeistlichen, gearbeitet hat. Dieser Theologe hatte eine großartige Eingebung: So wie bei der Verklärung Jesu eine Stimme vom Himmel erscholl "Dies ist mein geliebter Sohn", so stellte er sich die Stimme Jesu aus der Höhe für seine Mutter vor. Auf diese Weise kann Maria als einzige Person im Zentrum des Bildes stehen.

In einem weiteren kreativen Gedanken verband er MATER PURISSIMA mit den zusammengehörigen Aussagen TOTA PULCHRA ES und MACULA NON EST IN TE. Denn er erkannte, daß sich die jeweils ersten Silben in MATER PURISSIMA in PULCHRA und MACULA chiastisch wiederholen. Er erkannte ferner, daß die 5 Buchstaben von MARIA je dreimal in den drei Inschriften enthalten ist.

MATER PURISSIMA

Die Inschrift MATER PURISSIMA auf einem Schriftband am oberen Bildrand versteht man spontan als Titel des Gemäldes. Erst die beiden anderen Inschriften lassen erkennen, daß sie eigentlich als Anrede beabsichtigt ist.

MATER PURISSIMAReinste Mutter ist eine Anrufung aus der Lauretanischen Litanei. Maria wird in erster Linie so genannt, weil sie befreit vom Makel (MACULA) der Erbsünde gezeugt wurde. Sie empfing den Sohn Gottes durch den Heiligen Geist und hatte keinen ehelichen Verkehr mit ihrem Gemahl und Bräutigam Joseph.

TOTA PULCHRA ES – MACULA NON EST IN TE

Die beiden Aussagen aus dem Hohenlied 4,7 lauten im Zusammenhang: TOTA PULCHRA ES, AMICA MEA, ET MACULA NON EST IN TE. Ein Gebet aus dem 4. Jahrhundert zeigt, daß dieser Vers schon in frühchristlicher Zeit auf Maria bezogen wurde:

TOTA PULCHRA ES, MARIA,
ET MACULA NON EST IN TE.
Vestimentum tuum candidum quasi nix, et facies tua sicut sol.
Tota pulchra es, Maria,
et macula originalis non est in te.
Tu gloria Hierusalem, tu laetitia Israel, tu honorificentia populi nostri.
Tota pulchra es, Maria.

Ganz schön bist Du, Maria,
und kein Makel ist in dir.
Dein Gewand leuchtet hell wie der Schnee, und Deine Gestalt wie die Sonne.
Ganz schön bist Du, Maria,
und kein ursprünglicher Makel (Erbsünde) ist in dir.
Du bist der Ruhm Jerusalems, du die Freude Israels, du die Ehre unseres Volkes.
Ganz schön bist Du, Maria.

In diesem Gebet wird AMICA MEA durch MARIA ausgetauscht. Dem Urheber der drei Inschriften war die Auferweckung Marias aus der LEGENDA AUREA vermutlich bekannt. Dort heißt es:

Der Erlöser sprach die Worte: "Steh auf, meine Gefährtin, meine TAUBE, du Zelt des Ruhmes, du Gefäß des Lebens, du himmlischer Tempel, damit du, wie du bei meiner Empfängnis nicht durch Beischlaf einen Makel erlitten hast, so auch im Grab keinerlei VERWESUNG des Leibes erleidest." Und sogleich trat Marias Seele zu ihrem Leib hinzu, und der Leib kam glorreich aus dem Grabe hervor. Und so wurde sie ins himmlische Schlafgemach aufgenommen, begleitet von einer Vielzahl von Engeln. (Übersetzung Bruno Häuptli, Legenda Aurea, Herder 2014)

TAUBE

als Kosewort kommt einige Male im Hohenlied vor:

Schön bist du, meine Freundin, ja, du bist schön. Zwei Tauben sind deine Augen. (1,15)

Meine Taube im Felsennest, versteckt an der Steilwand, dein Gesicht laß mich sehen, deine Stimme hören! Denn süß ist deine Stimme, lieblich dein Gesicht. (2,14)

Mach auf, meine Schwester und Freundin, meine Taube, du Makellose! (5,2)

Doch einzig ist meine Taube, die Makellose, die Einzige ihrer Mutter, die Erwählte ihrer Gebärerin. (6,9)

c) Gematrische Anmerkungen

1.      Es ist möglich, jedoch nicht erwiesen, daß gebildete Theologen und Künstler gematrische Kenntnisse besaßen und praktizierten. Es muß hinsichtlich der vorliegenden Inschriften offen bleiben, was dem Urheber der Inschriften bewußt war und was göttlicher Fügung zuzuschreiben ist. In lateinischer Gematrie werden Buchstaben nach ihrer alphabetischen Position in Zahlen umgesetzt. Für die drei Inschriften ergeben sich folgende Zahlenwerte (ZW) und Faktorenwerte (FW):

MATER

54

49

TOTA

53

48

MACULA

48

32

 

 

PURISSIMA

119

70

PULCHRA

75

55

NON

40

35

 

 

 

 

 

ES

23

13

EST

42

32

 

 

 

 

 

 

 

 

IN

22

19

 

 

 

 

 

 

 

 

TE

24

24

 

 

 

173

119

 

151

116

 

176

142

500

377

Differenz

54

 

35

 

34

123

377 = 29*13; 195:182 = 13*(15:14)

Bezugspunkt für Zahlensummen (ZS) ist besonders der Tetraktysstern mit seinen zwei konzentrischen Kreisen, deren Flächenverhältnis 1:3 ist:

Die drei Inschriften bilden wie die Tetraktys ein Dreieck, und wie die Tetraktys aus 10 Punkten besteht, so die Inschriften aus 10 Wörtern. Die Aufteilung in (2+3)+5 Wörter entspricht zweimal 5 Radialelementen einer Zickzack-Durchmesserlinie der Doppelraute (DR), die sich im Tetraktysstern dreimal befindet:

Der Mittelpunkt ist bei Radialelementen doppelt zu zählen. Je 2 Elemente gehören der hexagonalen Erweiterung an.

Die runde ZS 500 bedeutet 50 je Wort. Als Bedeutung bietet sich an, daß das Hexagon aus 25 Elementen besteht (7 Punkten, 12 Linien, 6 Dreiecksflächen) und ebenfalls die Erweiterungselemente, wenn für sie ein zweiter Mittelpunkt gezählt wird. Unter Voraussetzung zweier Kreisbogen steht die Zahl 50 dann für das Kreisflächenverhältnis 1:3.

Die Zahl 50 ist im christlichen Glauben besonders mit dem Pfingstfest verbunden. Am 50. Tag nach der Auferstehung Jesu wurden die Apostel mit MARIA und den Frauen (Apg 1,13-14) vom Heiligen Geist erfüllt. Das erste Pfingsfest gilt als Gründungstag der christlichen Kirche. Maria als Braut des Heiligen Geistes nimmt in der Kirche eine besondere Stellung ein. Sie wird als Urbild der Kirche bezeichnet. Jedes der 10 Wörter ist daher auf den Namen MARIA bezogen, dessen ZS 40 beträgt und mit drei multipliziert 120 = 12*10 ergibt. 12 ist der ZW des Buchstabens M.

2.      Die ZS 173 und 151 der ersten beiden Inschriften sind Primzahlen. Als eine von mehreren Bedeutungen kann sich 173 als Zusammensetzung von 17+3 auf zwei Verhältnisse von Elementen einer Tetraktysseite beziehen zu anologer Entsprechung von 1:2 und 1:3 Kreisflächeneinheiten:

Die Addition der beiden Verhältnisse ergibt 7+10 = 17, für drei Seiten 17*3. 151 bezieht sich auf 5 hexagonale und 2 Erweiterungspunkte der DR.

Die FS der drei ZS ist:

 

 

 

 

sm

FW

ZS

173

151

176

500

19

FW

173

151

19

343

21

sm

 

 

 

 

40

343 = 7³

verweist auf die 3 Tetraktysseiten, die aus je 4 Punkten + 3 Linien bestehen. 19 und 21 sind die Konstitutivzahlen für ihre Summe 40. Als 19 + (1+20) sind sie die gematrische Entsprechung des griechischen Buchstabens TAU, der aus drei Einzelbuchstaben besteht und eine trinitarische Bedeutung besitzt.

3.      Die drei Inschriften haben eine höchst erstaunliche Beziehung zum Wort SATOR – Schöpfer, mit dem das SATOR-Quadrat (SQ)beginnt:

 

S

A

T

O

R

sm

ZW

18

1

19

14

17

69

 

 

34

 

 

ZW

8

1

19

9

17

54

 

 

29

 

 

In der Aufteilung von 2 äußeren und 3 inneren Buchstaben entsprechen die ZS 35 und 34 den Differenzen von FS und ZS der Inschriften 2 und 3. Die Differenz 54 der ersten Inschrift hingegen gibt die FS von SATOR wieder.

4.      Die ZS von dreimal MARIA ist 3*40 = 120 = FW 14. Der FW der Restsumme 380 ist 28, was das Verhältnis 14*(1:2) = 42 ergibt. Es ist hier vielleicht an dreimal 14 Generationen von Abraham bis Jesus gemäß dem ersten Kapitel des MATTHÄUS-Evangeliums zu denken.

Die Verteilung der ZS 120 und der übrigen ZS zeigt, wie die zweite und dritte Inschrift gegenüber der ersten eine Einheit bilden. Die jeweils zweite Spalte enthält die restlichen ZS:

MATER

30

24

54

TOTA PULCHRA ES

19

132

151

PURISSIMA

48

71

119

MACULA NON EST IN TE

23

153

176

 

78

95

173

 

42

285

327

30:48 = 6*(5:8); 78:42 = 6*(13:7); 48:(30+42) = 24*(2:3); 95:185 = 95*(1:3)

30: (48+42) = 30*(1:3)

Die ZS der MARIA-Buchstaben in MATER und PURISSIMA sind jeweils durch 6 teilbar und bilden mit der ZS 42 der übrigen 8 Buchstaben zusammen und getrennt jeweils ein Zahlenverhältnis.

5.      Die 10 Wörter der drei Inschriften lassen sich auf den 10 Punkten der Tetraktys anordnen:

Die drei Eckpunkte und der Mittelpunkt repräsentieren 3 Kreisflächeneinheiten , die 6 hexagonalen Punkte 1 Kreisflächeneinheit. Die ZS der vier und sechs Wörter sind 141 = 3*47 und die Primzahl 359. 47 ist die ZS für DEUSGott. Die Primzahl 347 ist die ZS der lateinischen Namen für die drei göttlichen Personen PATER (57), FILIUS (73), SANCTUS (92) SPIRITUS (125). Daß MARIA auf die drei göttlichen Personen ausgerichtet ist, zeigt sich, wenn man zur ZS 40 die Zahlenbedeutung 1000+1 der Zahlzeichen M + I hinzufügt: 1041 = 3*347.

Die Zahl 359 bezeichnet in den Aufteilungen 3:5 und 5:9 Verhältnisse von Radial- (RE) und Durchmesserelementen (DME) in der Bedeutung von 1:3 Kreisflächeneinheiten. Die Buchstabenzahl 12+31 der 4+6 Wörter weist in ihren Einzelziffern auf die beiden Kreisflächenverhältnisse 1:2 und 1:3 hin.

Die Buchstabenzahl 43 könnte darin begründet sein, daß eine einzelne Tetraktysseite aus 4 Punkten und 3 Linien besteht. Für drei Tetraktysseiten kommen so 12 Punkte und 9 Linien zustande. Es dürfte im Laufe der Kirchengeschichte vielen Theologen und Mathematikern aufgefallen sein, daß 12 und 9 die ZW der Initialen von MARIA und IESUS sind. Wie Maria Jesus in ihrem Leib getragen hat, so umfassen und begrenzen 12 Punkte 9 Linien.

Die Numerierung der Tetraktysseiten kann im Ganzen und einzeln gezählt werden. Im Ganzen ist die Summe 50. Bei Einzelzählung sind die Eckpunkte 1+7+10 = 18 doppelt zu rechnen, weshalb sich 14+20+34 = 68 = 4*17 ergibt. Nun zeigt sich, daß dasselbe Verfahren mit den 3+6 Wörtern (ohne das Mittelpunktwort) ebenfalls zu einer durch 17 teilbaren ZS führt: 359+2*(118) = 595 = 35*17. Die Einzelziffern der Zahl 595 entsprechen 10 Radial- und 9 Durchmesserelementen des Tetraktyssterns, die in Kreuzesform dargestellt und auf die Kreuzigung Jesu Christi bezogen werden können:

Das linke Achsenkreuz enthält einen, das rechte drei Mittelpunkte.

Zur gemeinsamen Teilbarkeit durch 17 kommt noch hinzu, daß die Additionsergebnisse der jeweils 6 hexagonalen Punktewerte und 3 Eckpunkte auch getrennt durch 17 teilbar sind: 359+32 = 391 = 23*17>FW 40, 118+18 = 136 = 8*17>FW 23. Bei einfacher Zählung der Eckpunktwerte ergibt sich 17*(23+8) = 17*31, bei doppelter Zählung 17*(23+16) = 17*39, zusammen 70*17 >FW 31. 70 ist die ZS von IESUS.

Fügt man zu 39*17 = 663 die ZS 23+5 der Mittelpunkte hinzu, erhält man 68+5 = 73 >73 und 595+23 = 618 >108 = 12*9, zusammen die Primzahl 691. Die FW 73+108 ergeben mit 181 ebenfalls eine Primzahl, weshalb 691+181 = 872 = 8*109 >115 = 23*5. Auf diese Weise wiederholt sich zweimal die Wortzahl der drei Inschriften.

Die Faktoren 12*9 sind wiederum auf die Initialen M und I von MARIA und IESUS zu beziehen. Eine ähnliche Absicht mag hinter den 13 Zahlzeichen stehen: dreimal VIM = 3018, zweimal CL = 300. 3318+ZS 500 ergibt 3818 = 2*23*83 >108. Die ZS+FS von IESUS ist 70+36 = 106 = 2*53. Maria als "Königin der Märtyrer" hat mit Jesus mitgelitten.

Als ungewöhnlich und einmalig ist anzusehen, daß die ZS der 4:6 Wörtern den ZS der 5 Vokale und 9 Konsonanten entsprechen:

a(6) e(4) i(3) o(2) u(3)

V 18

141

c(2) h(1) l(2) m(3) n(3) p(2) r(3) s(4) t(5)

K 25

359

d) Gematrische Kernkonstruktion

1.      Den bisherigen Erkenntnissen und Ergebnissen scheint eine tiefere Konstruktion zugrunde zu liegen, deren Einzelkomponenten nicht ganz leicht zu harmonisieren sind. Zwei Konstruktionsprinzipien und ein inhaltliches Prinzip werden erkennbar:

·     ZS und FS von Buchstabenwerten und Zahlzeichenwerten,

·     Einfachzählungen und Gesamtzählungen,

·     MARIA und IESVS werden miteinander zu einer Einheit verbunden.

2.      Die Einheit der beiden Namen zeigt sich im dreimaligen Vorkommen der drei Zahlzeichen MIV. Die ZS ihrer einfach gezählten Buchstabenwerte ist 12+9+20 = 41, mit dem zweiten I 50. Die ZS der Buchstabenwerte der 5 Zahlzeichen MIVCL beträgt 41+3+11 = 55, das ist die Numerierungssumme der Zahlen 1-10.

Die FW von MARIA und IESUS sind 32+36 = 4*(8:9) = 4*17 = 68. Die ZS 50 wird nun als Numerierungssumme der 9 Rahmenpunkte der Tetraktys in Bezug gesetzt zu der FS 68, die als Numerierungssumme zustande kommt, wenn jede Tetraktysseite gesondert gezählt wird.

3.      Als nächstes sind die ZS und FS der 14 Buchstaben in Einzelzählung zu ermitteln. Dabei ist bemerkenswert, daß bei Trennung des Namens MARIA von den übrigen 9 Buchstaben zwei Zahlenverhältnisse zustande kommen:

 

ZS

FS

sm

MARIA

40

32

72

9 Bu.

126

91

217

 

166

123

289

32:40 = 8*(4:5); 91:126 = 7*(13:18)

289 = 17²

Da die Zahlzeichen MIV dreimal in den drei Inschriften vorkommen, ist die ZS ihrer Buchstabenwerte 123 = 3*41. Auch die Differenz zwischen der Gesamt-ZS 500 und der FS 377 beträgt 123. Was hat es mit der Zahl 123 auf sich? Es liegt nahe, die Einzelziffern den drei göttlichen Personen zuzuordnen. Hier am relevantesten sind zunächst die 41 Elemente von drei geometrischen Figuren:

Die ersten zwei Figuren sind in der dritten "Fischfigur" vereinigt. Trinitarisch sind ihre drei Dreiecksflächen. Die Fischfigur kann auch vom unteren Doppelrautenpunkt aus gebildet werden. In einem DR-Kreuz, das zu einem Oktaeder zusammenfügbar ist, können also 4 Fischfiguren und 4*17 = 68 Elemente gezählt werden, was den vereinigten FS der Namen MARIA und IESUS entspricht:yy

Entsprechend den beiden DR-Kreuzen ist der Oktaeder als Einheit von zwei entgegengesetzten Pyramiden zu denken. Jede Oberflächenhälfte des Oktaeders besteht aus 17 Elementen: 9 Pyramidenelementen und 8 Basiselementen. 2*17 = 34 wird durch die ZS+FS 289 = 17² der 14 Buchstaben in Einfachzählung wiedergegeben.

Ein DR-Kreuz besteht bei einem Mittelpunkt aus 21+20 = 41 Elementen. Wenn jede der drei DR sich mit jeder verbindet, kommen drei DR-Kreuze, die Zahl von 123 Elementen und – demgemäß – drei Oktaeder zustande.

289 ist die FS der 6 Umkehrungen der Ausgangzahl 123:

Zahl

123

132

213

231

312

321

1332

FW

44

18

74

21

22

110

289

4.      Die Besonderheit der ersten drei Zahlen ist, daß die dritte die Summe der beiden ersten ist. Der geometrische Ausgangsort hierfür sind zweimal drei Radialelemente der Kreisachse, die in der DR-Zickzacklinie zu Radialpunkte werden:

Die Einzelziffern der Zahl 41 können einer Zickzacklinie der DR dreimal angelegt werden: einmal als hexagonale Durchmesserelemente und zweimal als Radialelemente der beiden konzentrischen Kreise:

Die hexagonalen Durchmesserelemente sind hier der besseren Verdeutlichung auf der zweiten Zickzacklinie angeordnet. Also auch für die zweite Zickzacklinie gilt 3*(4+1). Die komplementäre Kombination zur linken Figur sind 9 Durchmesserelemente der DR-Zickzacklinie und 2*3 hexagonale Radialelemente.

5.      Die Gleichung 1+2 = 3 kann auch auf die 6 Binnenelemente der DR angewendet werden. Bei einer schleifenförmigen Numerierung der Rahmenelemente führt die Fortsetzung von 18-23 zur Summe 123:

Drei konzentrische Zahlenpaare haben jeweils die Summe 41. Das FS:ZS-Verhältnis ist 82:123 = 41*(2:3), das interne Verhältnis 41*(2:1).

Die Gleichung 1+2 = 3 bezeichnet offensichtlich vorzugsweise 2*3 spiegelsymmetrische Elemente:

In der DR stehen sich zweimal je drei "Dachelemente" gegenüber bzw. folgen einander spiegelbildlich, 1+2 Längspunkte haben ihre Entsprechung in der zweiten DR des DR-Kreuzes, wenn auch für die zweite DR ein Mittelpunkt gerechnet wird. Im Oktaeder stehen sich innerhalb der oberen und unteren Ecke vier Paare gegenüber, wobei die Zahl 1 jeweils ein Element der gemeinsamen Basis ist, entweder eine Ecke oder eine Kante.

6.      Die drei geometrischen Figuren finden sich auch dreimal in jeder der beiden Tetraktys:

Ein unterstützendes Konstruktionselement ist die ZS der Buchstaben und Zahlzeichen (ZZ) von MARIA und IESUS:

 

M

I

sm

ZS

40

70

110

ZZ

1001

6

1007

sm

1041

76

1117

FW

350

23

373

Natürlicherweise betrachtet man bei einer Tetraktys die geometrischen Komponenten von den drei Ecken aus. Demnach ist die Fischfigur eine Fortsetzung der Raute. 1117 ist eine Primzahl, deren Einzelziffern als 3 Eckpunkte der Tetraktys und 7 hexagonale Punkte zu sehen sind. Die Einzelziffern der Primzahl 373 geben die 13 Punkte des Tetraktyssterns wieder, der FW der Summe 1117+373 = 1490 >FW 156 = 12*13 12 Dreiecke und 13 Punkte des Tetraktyssterns und – in den Einzelziffern – die beiden Kreisflächenverhältnisse 1:2 und 1:3.

7.      Bemerkenswert ist, daß die Summe der 5 Zahlzeichen durch 17² teilbar ist:

Zahl

I

V

L

C

M

 

Wert

1

5

50

100

1000

1156

FW

1

5

12

14

21

53

 

 

 

 

 

 

1209

1156 = 4*17²; 1209 = 3*13*31 >47

Die Summe 1209 enthält wiederum die Initialen von MARIA und IESUS.

8.      Die Kernkonstruktion geht einen bewußt anderen Weg als viele Barockinschriften, die so gewählt sind, daß die hervorgehobenen Zahlzeichen die Erbauungszeit z.B. einer Kirche anzeigen.

9.      Wie untrennbar die Namen MARIA und IESUS mit dem Tetraktysstern verbunden ist, zeigt sich darin, daß ihre gemeinsamen Werte in vierstelliger Zusammensetzung den beiden Kreisflächenverhältnissen 1:2 und 1:3 entsprechen:

 

M

I

sm

ZS

40

70

110

FS

32

36

68

sm

72

106

178

ZZ

1001

6

1007

FS

22

6

28

sm

1023

12

1035

GS

1095

118

1213

Die 4 Werte 118 von IESUS entsprechen der ZS der drei Eckpunktwörter MATER NON TE, die ZS+FS 118+108 = 226 den 4Werten von CHRISTUS:

 

ZS

FS

sm

FW1

FW2

sm

CHRISTUS

112

76

188

15

23

226

 

 

Erstellt: Dezember 2018

Ergänzt: Juli 2019

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