Strukturen von Dädalus und Ikarus

I. Symmetrie und syntaktische Struktur

II. Die Struktur der mit A beginnenden Wörter am Zeilenende

a) Tabelle

b) Ordnungselemente

c) Die Zahlenwerte der 13 Wörter

d) Die 4Werte der 13 Wörter

e) Die Zahl 113

f) Die Zahlen 13 und 14

g) Zuordnungen der Textstruktur

Die Zahlenwerte der 53 Zeilen

I. Symmetrie und syntaktische Struktur

5

5

10

7

7

14

5

27

26

 

22

21

 

 

Stellenangabe

Zeilenzahl

 

1-5

 

 

 

 

5

 

Einleitung: Entschluß zur Flucht

6-27

 

 

 

 

 

 

 

Vorbereitung (22 Z.) und Abflug

 

6-20

 

6-10

 

5

 

 

Bau der Flügel

 

 

6-13

11-13

 

 

8

 

technische Herstellung

 

 

 

13-18

27

10

 

6

Das Spiel des Ikarus

 

 

18-20

 

 

 

3

 

Probeflug des Vaters

 

21-34

 

 

 

 

 

 

      Die Sorge des Vaters für den Sohn

Mittelachse (27)

21-27

 

 

14

7

 

     a) Anweisungen und Anpassung der Flügel

28-48

 

 

 

 

 

 

Flug und Absturz (21 Z.)

 

 

28-34

 

 

 

7

 

     b) Die Gefühle des Vaters, Vergleich, Flug Vater u. Sohn

 

35-48

35-38

 

 

 

4

 

        Der Eindruck des Fluges auf drei Beobachter

 

 

38-40

 

26

14

3

 

        Die Beschreibung des zurückgelegten Weges

 

 

41-45

 

 

 

5

 

        Ikarus fliegt zu hoch, das Wachs schmilzt

 

 

45-48

 

 

 

4

 

        Ikarus stürzt ab, das Meer erhält seinen Namen

49-53

 

 

 

 

5

 

 

Klage des Vaters; das Land erhält den Namen des Sohnes

1.      Die Zeilen 6-20 und 35-48 sind als zusammenhängende Texteinheiten konzipiert. Mit tum lino in Zeile 11 beginnt zwar ein neuer Satz, aber das vorherige Geschehen wird fortgesetzt. Bezugspunkt für diese Einteilung ist die Numerierung konzentrischer Elemente von 1-5:

Wenn der Mittelpunkt einer Seite zugeordnet wird, kann von außen nach innen die Einteilung 5+10 vorgenommen werden.

Die Texteinheiten werden je zweimal durch Themenwechsel in der Zeilenmitte verknüpft. Zählt man jedes Thema in ganzen Zeilen, erweitert sich die Zahl auf 17+16. Elementen eines Achsenkreuzes, das als ein Modell für die Flugorientierung angesehen werden kann:

2.      In konzentrischen Anordnungen gehört die Symmetriemitte beiden Seiten an, weswegen eine Doppelzählung von einem und zwei Mittelpunkten zur vollständigen Erfassung der Elemente erforderlich ist. Dies trifft auch auf die Elemente des Oktaeders zu, der aus einem Doppelrautenkreuz gebildet werden kann: Zur äußeren Zahl von 26 Elementen (6 Ecken, 12 Kanten, 8 Flächen) kommt noch das Volumen hinzu. Auf diese Weise ergibt sich die Doppelzählung von 27+26 = 53. Ein DR-Kreuz kann als eine Gestalt mit ausgebreiteten Flügeln angesehen werden.

Eine zusammengesetzte Zahl besitzt auch in ihren Einzelziffern Relevanz. Im Modell des Tetraktyssterns gibt es eine Analogie zwischen den Elementen seiner doppelten Konzentrik und den Flächen der dazu gehörenden Kreise:

Die Grafik zeigt die Durchmesserlinie einer Doppelraute. Das Kreisflächenverhältnis des äußeren Kreises zum inneren Kreis beträgt 3:1. Es kann durch (2+3):3 Radialelemente auf jeder Seite oder 9:5 Durchmesserelemente wiedergegeben werden. Die Zahlen 13 und 31 werden im weiteren Verlauf noch eine wichtige Rolle spielen.

II. Die Struktur der mit A beginnenden Wörter am Zeilenende

a) Tabelle

 

Nr.

Zeile

Wort

B.zahl

Bu.

Bu.

Bu.

1.

2

AMORE

5

 

 

 

2.

6

ARTES

5

 

 

 

3.

10

AVENIS

6

20

 

20

4.

15

AURA

4

 

 

 

5.

19

ALAS

4

 

 

 

6.

20

AURA

4

8

14

 

7.

23

ADU-RAT

6

+3||3+

 

 

8.

27

ALAS

4

 

4

 

9.

31

ALTO

4

17

 

 

10.

33

ARTES

5

 

13

 

11.

34

ALAS

4

 

 

 

12.

36

ARATOR

6

 

 

 

13.

46

AURAS

5

11

 

11

Das Wort ALAS in Zeile 27 ist Symmetriemitte eines inneren Rahmens, der durch zweimal ALAS begrenzt wird. Dieser Rahmen wird verstärkt durch die konzentrisch folgende bzw. vorangehende Zeile. Die Addition jedes konzentrischen Zeilenpaares beträgt 53, also einen Teil der Gesamtsumme 27*53 der Zahlen 1-53.

Im inneren Rahmen befinden sich 7, außerhalb 6 Wörter. Die Buchstabenzahl des äußeren und inneren Rahmens ist jeweils die 31 (14+4+13; 20+11), also die Umkehrung der Zeilenzahl 13. Die Zeile 23 (7.) bildet die Symmetrieachse der 13 Zeilen. Teilt man das Mittelachsenwort ADU-RAT, ergeben sich wiederum zwei Hälften von jeweils 31 Buchstaben.

b) Ordnungselemente

1.      Die ermittelte Ordnung ist ohne Zuhilfenahme von geometrischen und gematrischen Gesichtspunkten nicht verstehbar. Geometrischer Ausgangspunkt ist der Tetraktysstern, der zwei Tetraktys und drei Doppelrauten enthält:

Dem oberen Dreieck einer Raute entspricht der Buchstabe A, dem unteren der Buchstabe V. Ein Achsenkreuz aus zwei Doppelrauten (DR) kann durch Faltung der Querlinien und Vereinigung der Eckpunkte zu einem Oktaeder zusammengefügt werden:

Eine Raute besteht aus 4 Punkten, 5 Linien und 2 Dreiecksflächen, zusammen aus 11 Elementen, eine DR entweder aus 21 Elementen bei einem und aus 22 Elementen bei zwei Mittelpunkten. Beide Zählweisen sind als Texteinheiten in die formale Gliederung der 53 Zeilen eingepaßt.

2.      Eine wichtige Rolle spielen die Rahmenelemente der Doppelrauten. Diese bestehen aus 4 Punkten und 4 Linien, zusammen aus 8 Elementen. Für die Doppelrauten gibt es ebenfalls zwei Zählweisen bei einem und zwei Mittelpunkten. Daher kann der Rahmen eines DR-Kreuzes aus 15+16 = 31 Elementen bestehen:

Indem ein DR-Kreuz das stilisierte Modell einer Gestalt mit ausgebreiteten Flügeln sein kann, sind zweimal 31 Buchstaben auf Dädalus und Ikarus beziehbar.

3.      Die Symmetrie zweier Flügel ist im Wort A-L-A selbst angelegt. Der Zahlenwert (ZW) von A ist 1, von L 11. Nebeneinander geschrieben ergibt sich viermal eins: 1111, was man als 11+11 oder 11*11, also als eine DR interpretieren kann. Die 13 Wörter der Tabelle enthalten 21 A und 5 V (ZW 20). Das ergibt die Zahlensumme (ZS) 121 = 11*11. Die 26 Buchstaben bilden die Umkehrung von 62 und entsprechen der Zahl der Oktaederelemente.

4.      Die drei Hexagonachsen bestehen aus 7 Punkten und 6 Linien, zusammen 13 Elementen, der Rahmen einer Tetraktys aus 9 Punkten und 9 Linien, zusammen 18 Elementen: Beide zusammen bilden ein Gerüst, das auch für die Anfertigung von Flügeln erforderlich ist:

Die Hinzufügung von 18 Elementen bewirkt die Umkehrung der Zahl 13 zu 31. Dem entspricht die ZS von ALA und ALAS, da S den ZW 18 hat.

5.      Eine DR besteht aus zweimal drei Punkten und einem oder zwei Mittelpunkten. Wählt man zwei Mittelpunkte, ergibt sich die Struktur 31/13 oder beide Male 31/31, 13/13. Diese Entsprechungen können auch als Gleichung formuliert werden, z.B. 1+3 = 4 und dreistellig zur Zahl 134 zusammengesetzt werden. Faßt man die 7 Punkte zusammen, tritt als 1 ein zweiter Mittelpunkt hinzu, was als Bedeutung die Zahlen 17 und 71 wiedergeben können:

6.      Ein sanduhrförmiges Doppeldreieck besteht aus 13 Elementen. Es kann somit als Erweiterung einer Raute um zwei Elemente angesehen werden, wie es gematrisch zwei A leisten. Beide Figuren sind im Hexagon und in der DR erkennbar:

Dem Wort ALA ist also sowohl die Zahl 11 als auch 13 zuzuordnen.

7.      Nach den bisherigen geometrischen Grundlagen bietet sich die günstige Gelegenheit, eine erste gematrische Bilanz zu ziehen:

·     ALA hat die ZS 13, ALAS die ZS 31. Die beiden A bezeichnen die Flügel, das L in der Mitte den Körper des Fliegenden oder Flugfähigen.

·     Der Fliegende mit ausgebreiteten Flügel kann durch die 31 Rahmenelemente eines DR-Kreuzes dargestellt werden.

·     Die angelegten Flügel lassen sich mit dem Körper des Oktaeders vergleichen, der aus einem DR-Kreuz zusammengefügt ist:

·     Betrachtet man den Oktaeder von oben und unten, sind die beiden Ecken Mittelpunkte für je zwei Doppeldreiecke aus 13 Elementen, also insgesamt 52 Elementen, die doppelte Zahl der Oktaederelemente. Betrachtet man ihn von der quadratischen Mittelbasis aus, besteht er auf der Vorder- und Rückseite aus jeweils zwei Rauten, also aus 4*11 = 44 Elementen. Beide Zusammensetzungen können entweder zu 2*(11+13) = 48 kombiniert oder zu 4*(11+13) = 96 addiert werden.

8.      Da die zwei Endpunkte einer DRals Erweiterung der 5 Punkte des hexagonalen Doppeldreiecksbei der Oktaederbildung vereinigt werden, hat die Primzahl 151 eine besondere Symbolbedeutung für die DR:

Die Addition der 13 Zeilennummern ergibt 302 = 2*151, also eine Symbolzahl für zwei Flügel oder ein DR-Kreuz.

c) Die Zahlenwerte der 13 Wörter

1.      Die Zahlensumme (ZS) der 13 Wörter ist durch 71 teilbar:

1.    amore (49)

  5 (5)   49 (49)

2.     artes

  5 (10)  60 (109)

3.     avenis

  6 (16)  66 (175)

4.     aura

  4 (20)  39 (214)

5.     alas

  4 (24)  31 (245)

6.     aura

  4 (28)  39 (284)

7.     adurat

  6 (34)  62 (346)

8.     alas

  4 (38)  31 (377)

9.     alto

  4 (42)  45 (422)

10.   artes

  5 (47)  60 (482)

11.   alas

  4 (51)  31 (513)

12.   arator

  6 (57)  69 (582)

13.   auras

  5 (62)  57 (639)

Das ZS-Verhältnis von 6 zu 7 Wörtern ist 284:355 = 71*(4:5). ADURAT hat die doppelte ZS von ALAS. Hiermit wird die Hauptgefahr veranschaulicht, die den Flügeln droht. Der Faktorenwert (FW) von 639 ist 77 = 7*11. Die beiden Produktzahlen sind auf die 11 Elemente der Raute im Hexagramm beziehbar:

Das Verhältnis von 7:(7+4) Rautenelementen gibt das Kreisflächenverhältnis 1:3 wieder.

2.      Dichter wählen Wörter häufig so aus, daß sie in einem geometrischen Modell angeordnet werden können. Hier lassen sich 3x ALAS und 2x ARTES und AURA auf den 7 Punkten der DR eintragen:

Über den Platz der übrigen 6 Wörter soll hier nicht entschieden werden. Die 7 Wörter bestehen aus 30 Buchstaben, bilden also mit den 32 Buchstaben der übrigen 6 Wörtern die Konstitutivzahlen für ihre Summe 62.

Die ZS der 7 Wörter ist 291 = 3*97. Läßt man die ZS 57 für AURAS von den 6 übrigen Wörtern weg, ist die ZS ebenfalls 291. Die Einzelziffern der Zahl 291 könnten sich auf 12 Punkte des Hexagramms ohne Mittelpunkt beziehen:

97 ist die Komplementärzahl zu 13. Die Faktorensumme (FS) der drei ZS 291+57+291 ist 100+22+100 = 222.

d) Die 4Werte der 13 Wörter

1.      Von den 13 Wörtern gibt es nicht nur ZS, sondern auch FS und die FW beider. Hinzu kommt ein weiteres Vorkommen von ARTES in Z.52:

 

ZS

FS

sm

FW1

FW2

sm

GS

ARTES

60

50

110

12

12

24

134

AURA

39

28

67

16

11

27

94

ALAS

31

21

52

31

10

41

93

AURA

39

28

67

16

11

27

94

ALAS

31

21

52

31

10

41

93

ARTES

60

50

110

12

12

24

134

ALAS

31

21

52

31

10

41

93

 

291

219

510

149

76

225

735

ARTES

60

50

110

12

12

24

134

AURAS

57

36

93

22

10

32

125

AMORE

49

39

88

14

16

30

118

AVENIS

66

42

108

16

12

28

136

ADURAT

62

51

113

33

20

53

166

ALTO

45

40

85

11

11

22

107

ARATOR

69

64

133

26

12

38

171

13 W

639

491

1130

271

157

428

1558

+ ARTES

699

541

1240

283

169

452

1692

1558 = 2*19*41;1240 = 40*31; 1692 = 36*47; 452 = 4*113

Die 7 gleichen Wörter sind, wie oben bereits ausgeführt, sind wiederum zusammen angeordnet. Auffällig ist die Umkehrform der FS 219 zur ZS 291. Die ZS+FS der übrigen 6 Wörter beträgt 620. Wenn nun zu den 7 gleichen Wörtern noch ARTES aus dem Binnentext hinzugefügt wird, ist die ZS+FS der nunmehr 8 Wörter ebenfalls 620. Das ZS-Verhältnis der 8:6 Wörter ist 351:348 = 3*(117:116). Das Buchstabenverhältnis 35:32 entspricht den Punkten und Linien des Achsenkreuzes AK9.

2.      Nimmt man die Wortform AURAS noch zu den 8 Wörtern hinzu, beträgt die 4W-Summe 994 = 2*(71*7), die der übrigen 5 Wörter 698 = 2*349. Beide Summen sind auf die DR anwendbar: Aus 7+1+7 Elementen besteht der DR-Rahmen, aus 4*3 Dachelementen und 9 Vertikalelementen die ganze DR:

Die FW der beiden Summen sind 80+351 = 431. Die Primzahl 431 stellt in ihren Einzelziffern die Gleichung der Punkte der DR dar: 4 = 3+1.

e) Die Zahl 113

1.      Die Primzahl 113 tritt in auffälliger Weise dreimal in Erscheinung: als ZS+FS 1130 der 13 Wörter, als FW1/2-Summe 452 der 14 Wörter und als ZS+FS 113 des Wortes ADURAT. Man kann vermuten, daß Ovid mit dieser Zahl eine wesentliche Bedeutung für sein Thema verband.

2.      Tatsächlich scheint diese Zahl das symmetrisches Prinzip schlechthin sowohl für das Hexagon und den Oktaeder wie auch für das Quadrat und den Würfel, überhaupt für jede regelmäßige geometrische Figur zu verkörpern. Ausgangspunkt dabei ist die Kreisteilung, bei der zwei Radialmaße entstehen, die von drei Punkten begrenzt werden:

Bei einer solchen Sichtweise erfolgt eine Numerierung von innen nach außen. Handelt es sich um den Durchmesser zweier konzentrischer Kreise, ist die Numerierungssumme 14+1+14 = 29. Für ein Quadrat mit vier Achsen ergibt sich so 4*28+1 = 113:

Die Zahl 113 faßt das Kreisteilungsprinzip in dreistelliger Zusammensetzung in sich.

3.      Auf das Hexagon bezogen enthält die Zahl 113 in kontrahierter Form zwei geometrische Figuren aus 11 und 13 Elementen, die in der DR und der Tetraktys ineinander geschoben sind. Das Produkt 11*13 = 143 integriert in der Aufteilung von 14+3 Elementen eine weitere Figur:

Eine "Fischfigur" besteht aus 6 Punkten + 8 Linien = 14 Elementen und 3 Dreiecksflächen. Die Umkehrung 341 = 31*11 ist die von Ovid gewählte Wortzahl der 53-zeiligen Dädalusgeschichte.

4.      Oben wurde dargelegt, daß ein Oktaeder aus zwei Rauten und zwei Doppeldreiecken zusammengesetzt werden kann. In der Zahl 226 sind die 22 und 26 Elemente der beiden geometrischen Figuren kontrahiert. Wir können also annehmen, daß Ovid die FW1/2-Summe 452 = 2*226 bewußt angestrebt hat, um damit Dädalus und Ikarus zu kennzeichnen.

Die ZS+FS 113 von ADURAT ist möglicherweise auf die Kreisform der Sonne zu beziehen. Das in ihr wirkende ewige Gesetz und Naturgesetz darf nicht unbeachtet gelassen werden.

5.      Ein wesentlicher Maßstab gematrischen Denkens ist stets das SATOR-Quadrat. Dort tritt die Zahl 113 in dreifacher Weise auf:

·     Die ZS+FS der vier Achsen ist 452 = 4*113:

Die durchschnittliche ZS+FS je Achse beträgt also 113. Die FS der beiden Diagonalachsen einschließlich Mittelpunkt beträgt 113:

 

ZS

FS

sm

h.-v.

96

96

192

diag.

147

113

260

sm

243

209

452

·     Die Wörter OPERA (52) TENET (61)er erhält die Werke haben die ZS 113. Diese vervierfacht sich auf 452, weil beide Zeilen von oben und unten und von links und rechts gleich gelesen werden können. Subjekt ist SATORder Schöpfer. 113 wird somit zum Prinzip von Raum und Zeit, die nicht nur geschaffen, sondern auch im Dasein gehalten werden.

·     Das alternative Wort zu SATOR ist OPIFEX. Teilt man es in zweimal drei Buchstaben, entsprechen die ZS+FS den ZS von OPERA TENET:

 

O

P

I

 

F

E

X

 

sm

ZW

14

15

9

38

6

5

21

32

70

FW

9

8

6

23

5

5

10

20

43

 

 

 

 

61

 

 

 

52

113

Die Differenz zwischen FS und ZS beträgt 15 und 12 wie in den Wörtern SATOR (69, 54) und OPERA (52, 40).

Die Gleichheit der ZS+FS von OPIFEX und ADURAT (62+51) läßt die Deutung zu, daß Gott das Prinzip der Schöpfung ist, das ihr abbildhaft eingeprägt ist. Der Mensch erkennt die Gesetze und die Wirkkräfte der Natur, wendet sie zu seinem Nutzen an und meidet gefährliche Wirkungen. Die Kraft der Sonne spiegelt die Schöpferkraft Gottes wider, der Mensch muß sein Verhalten nach diesen Kräften ausrichten. 113 kann also als Wesen und Wirkung eines jeden Geschaffenen verstanden werden.

f) Die Zahlen 13 und 14

1.      Aus den vorherigen Ausführungen wird die religiöse Dimension von Ovids Denken erkennbar. Der Mensch und die menschliche Gemeinschaft werden von den Römern als Abbild göttlicher Wirklichkeit verstanden. Es gibt also auch eine göttliche Gemeinschaft, und diese ist so vollkommen, daß sie eine Einheit bilden. So wird die Einheit in drei Personen, wie sie im Christentum gelehrt wird, verständlich. Diese Relation 1:3 kann im Tetraktysstern auf verschiedene Weise erkannt werden. Eine wesentliche ist das Flächenverhältni 1:3 der beiden konzentrischen Kreise des Tetraktyssterns. Dabei ist folgendes zu beachten: Das regelmäßige Sechseck ist aus dem Kreis konstruierbar, die Erweiterung des Hexagons zum Hexagramm hingegen bedarf keines zweiten Kreises, sondern erfolgt durch Verlängerung der 6 Segmentlinien:

Das vorstehende Hexagramm besteht aus 7 hexagonalen und 6 Erweiterungspunkten. Ein weiterer Kreisbogen erfordert die nochmalige Verwendung des Mittelpunktes. Dadurch wird auch der Erweiterungsbereich in einen Kreis eingebunden und es ergeben sich die Kreisflächenverhältnisse 1:3 und 1:2. Die zweistelligen Umkehrungen 31+21 = 52 aber sind die ZS+FS von ALAS. Ausgehend von der ZS 31 von ALAS ist es verständlich, daß die ersten 6 Wörter die äußeren Punkte des Hexagramms repräsentieren und entsprechend den 4 erweiterten Durchmesserelementen die Verhältnissumme 4*71 haben, während die ZS der übrigen 7 Wörter entsprechend den 5 hexagonalen Durchmesserelementen 5*71 beträgt.

2.      6 äußere Punkte geben also nur die Erweiterung von 2 Flächeneinheiten wieder, die 7 hexagonalen Punkte 1 Flächeneinheit. Das Binnenwort ARTES in Zeile 52 liefert somit den Mittelpunkt für den Erweiterungskreis.

Es ist also erforderlich, zwei Zählungen vorzunehmen. Für den Bereich der ZS sind dies die Summen 639+699 = 1338 = 2*3*223. Die Einzelziffern beziehen sich auf die 7 Elemente einer Tetraktysseite, zusammen auf 2*3 Seiten von zwei Tetraktys: die mittleren 3 Elemente gehören dem hexagonalen, zweimal zwei äußere dem Erweiterungsbereich an:

Die hexagonale Mittelachse ist gleichzeitig die Symmetrieachse der beiden Tetraktys und Gleichnis für den mittleren Weg der Flugbahn.

223 kann auch als Kontraktion der Zahlen 22 und 23 gelten. Deren Einzelziffern bezeichnen die Durchmesserelemente des Erweiterungsbereiches und des hexagonalen Bereiches. Die jeweils 9 Durchmesserelemente sind auf 2*3 Durchmesserlinien der drei Doppelrauten beziehbar.

Die zwei 4W-Summen sind 1558+1692 = 3250 = 10*(25*13) = FW 30. 325 ist die Summe der Zahlen von 1-25. Aus 25 Elementen besteht das Hexagon und das Quadrat Q3, aus 25 Punkten das Q5 des SATOR-Quadrats. Die FW der beiden Summen betragen 62+57 = 119 = 7*17 = FW 24 mit Bezug auf die 7+1+7 Rahmenelemente der DR. Die beiden FW 30+24 = 54 = 6*(5+4) = 6*9 = 3*(2*9) sind beziehbar auf je zweimal 9 Durchmesserelemente von 3 DR sowie auf die ZS 69 = 3*23 von SATOR, dessen FS 54 beträgt.

Der Faktor 13 ist wiederum besonders im Zusammenhang mit der ZS von ALA zu sehen.

Die beiden FW 62 und 57 sind die ZS von ADURAT und AURAS. Es sind die Elemente der Hitze und der Luft, die beim Flug zu berücksichtigen sind.

3.      Das symmetrische Prinzip 113 ist kürzer durch die Zahlen 23 und 32 darstellbar. Die ZS 69 = 3*23 von SATOR ist aus den Durchmesserelementen 2+3 der drei hexagonalen Achsen erklärbar. Hinzu kommt die Summe 23 einer doppelten Numerierung mit einem und zwei Mittelpunkten:

Ovids Bezugnahme auf das Wort SATOR wird erkennbar aus der Zeilennummer 23 der Symmetriemitte und der letzten Zeilennummer 46, während die erste Zeilennummer 2 die Verdoppelung des Wortes SATOR/ROTAS bezeichnen kann.

Ovid hat auch auf die FW der Zeilennummern geachtet:

2

6

10

15

36

46

115

19

20

23

27

31

33

34

187

302

+52

354

2

5

7

8

10

25

57

19

9

23

9

31

14

19

124

181

+17

198

 

 

 

 

 

 

172

 

 

 

 

 

 

 

311

483

+69

552

115 = 5*23; 302 = 2*151 483 = 21*23; 552 = 24*23

Die ZS+FS 311 des inneren Rahmens ist die Umkehrung von 113. Die Gesamt-ZS+FS 552 entspricht der ZS+FS des SATOR-Quadrats und ist das Vierfache der ZS von SATOR/ROTAS. Dabei beträgt die ZS+FS von einmal OPERA 52+40 = 92 = 4*23, verdoppelt 8*23, die ZS+FS von zweimal SATOR und einmal TENET 246+122 = 268 = 16*23.

Die Einzelziffern des Faktors 24 stellen die Radialelemente der Kreisachse dar, also 2 Radialmaße, die durch 4 Punkte begrenzt werden.

Die ZW/FW-Verrechnung der beiden ZS+FS ergibt:

 

 

 

sm

FW

ZS+FS

483

552

1035

34

FW

33

32

65

18

sm

 

 

 

52

34+18 = 2*(17+9)

Aus 33 Punkten und 32 Linien besteht das Achsenkreuz AK9 dar. Die 26 Elemente des Oktaeders können in zwei Hälften aufgeteilt werden, wobei dem pyramidalen Aufbau einer Hälfte aus 9 Punkten die 8 Elementen der gemeinsamen Mittelbasis hinzugefügt werden; übrig bleibt der zweite pyramidale Aufbau. Die Zahl 52 gibt hier also zwei Oktaeder stellvertretend für Dädalus und Ikarus wieder.

4.      Die Summe 354 = 6*59 der 14 Zeilennummern erklärt die eigenartige Anordnung des äußeren und inneren Rahmens. Die 3 Zahlengruppen müssen als dreistellige Zahl 472 = 8*59 gelesen werden. Die Zahl 59 geben zwei Zählungen der Rahmenelemente eines DR-Kreuzes wieder: 15+15 = 30 und 15+14 = 29. Die gleiche Zahl von Elementen ist nicht darstellbar, sie ist zu denken. Ovid hat aber im Hinblick auf die beiden DR-Kreuz die Einzelziffern 5+9 im Auge als die konzentrischen Durchmesserelemente einer Zickzacklinie der DR:

5:9 Durchmesserelemente geben das Kreisflächenverhältnis 1:3 wieder. Für zwei DR-Kreuze sind 2*4 = 8 Zickzacklinien erforderlich.

g) Zuordnungen der Textstruktur

1.      Wie aus den bisherigen Ausführungen erkennbar wurde, nutzte Ovid die geometrische Figur des DR-Kreuzes als Gliederungsprinzip für das Flugunternehmen von Dädalus und Ikarus. Es ist die Frage zu beantworten, welche Figur Dädalus und welche Ikarus zuzuordnen ist. Die Texteinheiten von 29 und 43 Zeilen sind bereits behandelt worden: Bei einem Mittelpunkt besteht der Rahmen eines DR-Kreuzes aus 29 Elementen, bei zwei Mittelpunkten besteht das ganze DR-Kreuz aus 43 Elementen. Den Doppelaspekt von 26+27 Elementen des Oktaeders kann man Dädalus und Ikarus in dieser vermuteten Reihenfolge zuordnen. Die je 5 Zeilen des Anfangs und des Schlusses bilden mit zweimal 7 Zeilen des Mittelteils ein weiteres DR-Kreuz. Die Analogie des Kreisflächenverhältnisses leisten hier die 7 Punkte des DR. 5:7 Punkte geben das Kreisflächenverhältnis 1:3 wieder:

Dem konzentrischen Anordnung Textablauf von 5+7+7+5 Zeilen entsprechen die Umkehrverhältnisse 1:3 und 3:1.

2.      Es gilt also, 5 Textteile zuzuordnen. Da Ikarus das Ziel nicht erreicht, ist Dädalus eine Texteinheit mehr zuzuweisen. Die Textteile 15+14 und 12+12 umfassen alle 53 Zeilen ohne Überschneidungen. Man wird ersteren Dädalus, letzteren Ikarus zusprechen. 26 Elemente des Oktaeders ist die normale Sichtweise: Dädalus sollte damit seinem Sohn vorangehen. Es bleiben die Zeile 6-48 übrig. Zu zweimal 53 Zeilen kommen also noch 43 hinzu, zusammen 149. Es ergibt sich für Dädalus und Ikarus das Zeilenverhältnis 98:51 oder 99:50.

Die vermuteten Zuordnungen werden gestützt durch die ZS der betreffenden Teile:

Zeilen

24

29

43

1-26

27-53

 

Dädalus

 

11857

17680

10604

 

40141

Ikarus

9775

 

 

 

11028

20803

40141:20803 = 293*(137:71) = 13*16*293 = 60944

60944

Die beiden Teilsummen haben den hohen gemeinsamen Faktor 293. In der Aufteilung 29*3 gibt er drei DR-Kreuze wieder mit je 29 Rahmenelementen. In der zweistelligen Aufteilung 29+23 = 52 hat er die ZS von OP-ERAWERKE.

 

Neu bearbeitet: April 2017

 

 

 

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