Deutung des pompejanischen SATOR-Quadrats

TEIL2

Die folgenden Ausführungen von 2009 sind komplementär zur Neubearbeitung von 2012 zu sehen. Einiges an der früheren Fassung ist überarbeitet, einiges weggelassen, einiges hinzugefügt. In den Mittelpunkt der Untersuchung rückt besonders das innere SATOR-Quadrat und SERPENS – die Schlange als Äskulapsymbol.

A. Das SQ und zwei Inschriften

I. Die Inschrift unter dem Quadrat

II. Das Wort SAUTRAN

III. Die Inschrift über dem Quadrat

IV. Die Zahlenwerte der Inschriften und des SQ

V. AESCULAPIUS und das SATOR-Quadrat

VI. SANATURO NAVALE (NEU)

a) AESCULAPIUS, VESTA, NOSTER, SERPENS

b) SANATURO NAVALE

B. Die VESTA-Buchstaben

C. Das Äskulap-Quadrat

I. Die Inschrift unter dem Quadrat

1.     Unter dem berühmten Graffito auf einer Säule in der großen Palästra von Pompeji befinden sich drei Wörter: ANO (28) SAUTRAN (89) VALE (37). Die Buchstaben ANO sind im Doppelrautenkreuz des PATER NOSTER zu lesen: A und O befinden sich auf den Querlinien, N im Mittelpunkt.

Was wie eine Anrede aussieht, ist in Wirklichkeit ein Anagramm: SAUTRAN kann zu SANATURer wir geheilt umgestellt werden. Schiebt man zwischen SANATVR und VALE die Umkehrung von ANO, lassen sich die beiden Wörter bilden:

SANATVRO NAVALE

Für den, der heilen wird, ein Hafen

Man kann an den griechischen Heilgott ASKLEPIOS, lateinisch AESCULAPIUS, denken, für den die Römer einen Kult einrichteten, indem sie 293 v.Chr. aus seinem Zentralheiligtum in Epidauros eine Uräusschlange zu Schiff in ihre Stadt holten. Da Pompeii einen Hafen besaß, sind die beiden Wörter als Einladung und Zusicherung zu verstehen, daß der Gott auch in Pompeji willkommen ist und seine heilende Tätigkeit ausüben möge. Tatsächlich wurde ihm Anfang des ersten Jahrhunderts v. Chr. neben dem Isisheiligtum ein Tempel errichtet.

2.     Das Wort ANO kann als Ablativ zu ANUSKreis, Ring verstanden werden. Mit dem Ring oder Kreis können sowohl die Geheimnisse des Doppelkreises des Tetraktyssterns gemeint sein als auch die Eingeweihten, die einen Kreis bilden. Der Urheber des pompejanischen Graffito könnte also die Mitteilung machen: Durch die Geheimnisse des Kreises möge es dir wohl ergehen.

3.     Die 14 Buchstaben der drei Wörter haben die Zahlensumme (ZS) 154 = 14*11, also den durchschnittlichen Zahlenwert (ZW) 11. Die Faktorensumme (FS) der Buchstaben beträgt 9*13 = 117. Die Buchstabenentsprechung für 11 ist das zentrale L, das die Mitte von AESCULAPIUS bildet. Der Name besteht aus 11 Buchstaben besteht und seine Zahlensumme beträgt (ZS) 121 = 11*11. Somit zeigt sich eine formale Zuordnung der 14 Buchstaben zu dem griechischen Heilgott. Mit der Schlange als seinem Symbol stimmt die Initiale S von SANAREheilen überein. Ein Anhänger des Gottes mit dem anagrammatischen Namen SAUTRAN weiß sich geborgen unter seinem Schutz.

Die ZS und FS der Vokale und Konsonanten des Grafito bilden jeweils Zahlenverhältnisse:

V 63:K 91 = 7*(9:13); V 36:K 81 = 9*(4:9).

II. Das Wort SAUTRAN

1.     Es sollte nicht verwundern, daß die 7 Buchstaben SAVTRAN einige Besonderheiten aufweisen. Einen entscheidenden Hinweis geben die 4Werte:

 

ZS

FS

sm

FW1

FW2

sm

GS

SAVTRAN

89

68

157

89

21

110

267

267 = 3*89

Der Ausgangswert 89 wird in der Gesamtsumme verdreifacht. Geometrischer Bezugsort ist die numerierte Tetraktys mit den Zahlen 1-3:

Die 4 mit 2 bezeichneten Punkte und 3 mit 3 bezeichneten Linien einer Tetraktysseite haben die Summe 8 und 9. Dies ergibt für drei Tetraktysseiten 3*(8+9) = 51. Punkte, Linien und Dreiecke seien Elemente genannt.

Die Differenzsumme 21 zwischen der FS 68 und der ZS 89 ist zu verstehen als 3*7 Elemente des Tetraktysrahmens. Die Einzelziffern der ZS 89 und der Differenzsumme 21 ergänzen sich komplementär jeweils zu 10.

Die Zahl 21 ist gleichzeitig der FW von 68. Auch zwischen diesen beiden Zahlen besteht ein Zusammenhang. Numeriert man die 10 Punkte der Tetraktys und bildet je Dreiecksseite die Summe von 4 numerierten Punkten, erhält man 68 = 4*17:

Das Verhältnis von 21 und 68 erhält man auch, wenn man die Buchstaben nach ungeraden (= Punkten) und geraden (= Linien) aufteilt:

S

 

V

 

R

 

N

68

 

A

 

T

 

A

 

21

2.     Die ersten 4 Buchstaben SAVT sind auch auf die Tetraktys zu beziehen. Die ZW der Buchstaben ST bezeichnen 18 Linien (S) und 10 Punkte + 9 Dreiecke (T) = 37 Elemente, die ZW der Buchstaben AV den 1. und 20. Punkt der beiden Tetraktys und in ihrer ZS 21 die 3*7 Elemente des Tetraktysrahmens.

III. Die Inschrift über dem Quadrat

1.     Eine weitere Inschrift befindet sich auch über dem Quadrat, wofür es (noch) keinen photographischen Bildnachweis gibt. Sie lautet zunächst SAVTRAN VA (89 22). Unterhalb dieser beiden Wörter stehen, in jeweils einigem vertikalen Abstand ein großes langgezogenes S (18) und ein Dreieck, das als Delta = D (4) gelesen werden kann. Das Dreieck ist über dem Buchstaben T im ersten Wort ROTAS zu sehen (s. oberste Grafik).

Das einzelne überdimensionierte S dürfte sich deutlich auf die Äskulapschlange beziehen.

2.     Die Buchstan VA, die sich ja auf die beiden Tetraktys beziehen, werden als VALEBleib gesund, Leb wohl gedeutet. SD bedeutet SALUTEM DICITentbietet einen Gruß. Die beiden Wünsche nebeneinander scheinen jedoch nicht recht zu passen. Doch kommt es zunächst auf die Zahlenwerte der 11 Buchstaben der oberen Inschrift an. Die ZS 132 = 12*11 ist wie die ZS 154 der unteren Inschrift durch 11 teilbar. Der durchschnittliche ZW je Buchstabe ist 12. Die ZS beider Inschriften ist daher 11*(14+12) = 286.

Das Verhältnis der beiden FS ist 117:90 = 9*(13:10).

3.     Die Zahl 286 = 2*11*13 ist zweimal die ZS der Wörter PATER NOSTER, wodurch die beiden Inschriften deutlich auf das SQ bezogen sind.

Die Zahlen 14 und 12 bezeichnen die 26 Elemente des Oktaeders, der aus 4 Rauten (11 E) bzw. 4 X-förmigen Doppeldreiecken (13 E) besteht: aus 6 Ecken + 8 Flächen und 12 Kanten (Linien).

4.     Beide Inschriften sind folgendermaßen auf das SQ ausgerichtet:

      Sie bestehen wie das SQ zusammen aus 25 Buchstaben.

      Die 5 Wörter des SQ entsprechen den 5 Durchmesser- (DM-) Elementen der Kreisachse, die zweimal drei Wörter der Inschriften den 2*3 Radialelementen:

IV. Die Zahlenwerte der Inschriften und des SQ

1.     Wie sorgfältig die Inschriften auf das SQ abgestimmt sind, zeigt sich vor allem daran, daß die ZS und FS aller 50 Buchstaben in einem Zahlenverhältnis zueinander stehen:

 

SQ

u.In.

o.In.

sm

ZS

303

154

132

589

FS

249

117

90

456

sm

552

271

222

1045

456:589 = 19*(24:31)

Dem gemeinsamen Teiler 19 entspricht der Buchstabe T, der sowohl in SATOR als auch SAUTRAN die Mitte bildet. Die Faktoren des Gesamtergebnisses 1045 sind 5*11*19.

2.     Die Verhältniszahlen bestehen aus den Ziffern 1 bis 4 und entsprechen den 4 Ebenen der Tetraktys. Aus 2 und 4 Radiallinien bestehen der Hexagonkreis und der gesamte äußere Kreis des Tetraktyssterns, sie repräsentieren das Flächenverhältnis 1:3, das hier in vertauschter Form durch die Verhältniszahl 31 wiedergegeben wird.

V. AESCULAPIUS und das SATOR-Quadrat

1.     Das oben vorgeschlagen Anagramm SANATURO NAVALE mit Bezug auf den Heilgott AESCULAPIUS muß noch näher verifiziert werden. Tatsächlich enthält die gematrische Zahlenstruktur des Wortes erstaunliche Beziehungen zum SQ:

 

ZS

FS

sm

diff.

AESCULAP-

74

46

120

28

IUS

47

23

70

24

 

121

69

190

52

Die in Gentilnamen übliche Endung –IUS wurde abgetrennt. Das ZS-Ergebnis sind die Umkehrzahlen 74 und 47. Das FS-Verhältnis der beiden Buchstabengruppen ist 23*(2:1), das Differenzverhältnis 28:24 = 4*(7:6).

Die Zahlen des internen Differenzverhältnisses zwischen FS und ZS 69:52 sind bekannt als ZW der SQ-Wörter SATOR OPERA. Auf diese Weise kommt eine hohe Identität zwischen SATOR (S) und AESCULAPIUS (A) zustande.

Die ZS und FS beider Wörter sind:

 

S

A

sm

 

ZS

69

121

190

AESCULAPIUS

FS

54

69

123

SATOR

 

123

190

313

 

Die Primzahl 313 ist eine vollkommene Darstellung der göttlichen Dreiheit in der Einheit und in der spiegelbildlichen Punkteaufteilung der DR zu erkennen:

2.      Die ZS+FS 190 ist ein wesentliches Motiv für die durch 19 teilbaren ZS und FS der drei Texte (s.o.). Die Zahl 19 bedeutet in Bezug auf die Tetraktys 10 Punkte + 9 Dreiecke. Dazu gesellt sich untrennbar die Zahl 18 als die Anzahl der Linien. Sie bilden in den Buchstabenentsprechungen ST eine religiöse Geheim- und Schweigeformel, die Cicero im Traum des Scipio als Anhang seines Werkes über den Staat (de re publica) überliefert hat.

Nun ist das besondere Attribut Äskulaps die Schlange und das S die geeignete Buchstabenentsprechung. Im Zickzackverlauf des Doppelrautenrahmens innerhalb des Tetraktyssterns hat die Schlange ihren besonderen geometrischen Ort:

Man wird also die einschlägigen Wörter mit S besonders beachten müssen. Da ist zunächst das Wort SERPENSSchlange, das wie AESCULAPIUS zwei S enthält. Die 4Werte sind:

 

ZS

FS

sm

FW1

FW2

sm

GS

SERPENS

91

64

155

20

12

32

187

AESCULAPIUS

121

69

190

22

26

48

238

 

212

133

345

42

48

80

425

91=7*13; 155 = 5*31; 187:238 = 17*(11:14)

Die innere Buchstabengruppe ERPE läßt sich auf den inneren Quadratrahmen des SQ beziehen:

Das ZS-Verhältnis der äußeren drei zu den inneren vier Buchstaben von SERPENS ist 49:42 = 7*(6:7), das entsprechende ZS+FS–Verhältnis hat die angrenzenden Werte 78:77. Eine Zahlenumkehrung, Kennzeichen für die Windungen von S und Schlange, zeigt sich in der ZS 91 = 7*13 und der ZS+FS 155 = 5*31. Die Teilerzahlen 19 (AESCULAPIUS) und 31 (SERPENS) der ZS+FS erscheinen vereint in der ZS 589 = 31*19 der 50 Buchstaben der drei Texte (s.o.).

3.      Oben wurde bereits bemerkt, daß das Dreieck über dem ROTAS-T als Delta Δ gedeutet und dem S zugehörig gedeutet wird. Beide Zeichen sind jedoch voneinander entfernt, wie die Eingagsgrafik zeigt. Der Schreiber wollte die Formel SD offensichtlich mit dem SQ und besonders mit dem T verbinden, da dieses ja auch die Mitte des Wortes SAUTRAN bildet. Es scheint, er wollte das Schlangensymbol zentral, in Alleinstellung und in angemessener Größe hervorheben und fand kalligraphisch keine angemessene Fortsetzung für das D. Andererseits lag eine gewisse Verfremdung im Interesse der wohl vorgeschriebenen Geheimhaltung, an die sich der Verfasser nicht gehalten hatte.

VI. SANATURO NAVALE

a) VESTA, AESCULAPIUS, NOSTER, EST, URANO

1.      Das eingangs gebildete Anagramm ist noch näher zu erläutern. Im Wort NAVALE ist sowohl VALE als auch AVE enthalten. Ein Hafen ist Ausgangspunkt und Ziel von Seefahrten. Der Abreisende begibt sich in unberechenbare Gefahren von Wind und Wetter bedarf Gebete und guter Wünsche. Der Ankommende hat die Gefahren überstanden und betritt erleichtert festen Boden.

Die beiden Begleitinschriften (BI) enthalten drei Wünsche, zwei davon in Abkürzung. Wenn man VALE für NAVALE reserviert, bleibt der Abschiedsgruß VA und der Willkommensgruß SD. Letzterer gilt besonders für AESCULAPIUS, dessen Ankunft man sich in seinem Symboltier, der Schlange, vorstellt, was der Schreiber durch das vergrößerte S zum Ausdruck bringen wollte. Die Wortverknüpfung SAUTRAN SD SANATURO trifft auch grammatikalisch zu.

Nun ist die Ankunft des Reisenden zwar ein einzelner Akt, aber der Hafen bedeutet für ihn die Erwartung eines sicheren Aufenthaltes, der vom Verhalten und der Einstellung der Menschen abhängt. Diese können dem Ankömmling entweder Vertrauen oder Mißtrauen entgegenbringen. Ersteres sollte den Menschen im Falle Äskulaps leicht fallen, da er von ihnen nichts fordert, sondern ihnen dauerhaft helfen will. Dafür ist freilich ein dauerhafter Kult erforderlich, den es gewissenhaft einzuhalten gilt.

AESCULAPIUS trifft auf den bereits hochentwickelten Kult der VESTA, innerhalb dessen das SATOR-Quadrat entstand. Die Intention der BI ist es, den Äskulapkult in den VESTA-Kult zu integrieren. Hierfür dient das Wort ANO. Es enthält das einzige O der BI, ist also dem SQ entliehen. Diese Integration erfordert eine kongeniale Zahlenkonstruktion, welche die BI leisten. Hierfür sollen im Folgenden gematrische Nachweise erbracht werden, wofür schon an anderen Stellen dieser Untersuchung Vorarbeit geleistet wurde, die hier zu einer Gesamtsicht zusammengeführt werden soll.

2.      Gematrische Beziehungen sind für Deutungen an sich äußerst flexibel. Dennoch frappieren gewisse Relationen, die man als zufällig ansehen, aber auch einer göttlichen Vorsehung zuschreiben kann. An letzterer hatten die damaligen Menschen keinen Zweifel.

Ein gematrisch erstaunliches Ergebnis bieten die 4Werte von AESCULAPIUS und VESTA:

 

ZS

FS

sm

FW1

FW2

sm

GS

AESCULAPIUS

121

69

190

22

26

48

238

VESTA

63

42

105

13

12

25

130

 

184

111

295

35

38

73

368

Das Außergewöhnliche an diesem Ergebnis ist, daß die ZS und die übrigen drei Werte jeweils 184 betragen. Die Gleichung "Drei ist Eins" entspricht theologisch der Vorstellung einer Gleichheit und Gemeinschaft dreier göttlicher Personen. Im vorliegendem Fall wird man die Zahlen 1 und 3 als ein leitmotivisches Grundkonzept erwarten, das seinen geometrischen Bezug in dem Flächenverhältnis 1:3 der beiden konzentrischen Kreise des Tetraktyssterns hat:

Die Verdoppelung der ZS 184 kommt dadurch zustande, daß die Summe 73 der FW1/2 gleich der Differenz zwischen der FS 111 und der ZS 184 ist. In den Einzelziffern der Zahl 73 wird man 7 hexagonale und 3 Erweiterungspunkte von zwei Tetraktys erblicken können.

Gematrische Texte sind so gestaltet, daß die Häufigkeit von Buchstaben gewisser Begriffe sinnvoll abgestimmte Ergebnisse liefern. Im Zusammenhang mit der Zahl 184 sind es die Begriffe VESTA und NOSTER. Der Anknüpfungspunkt für NOSTER beruht wohl einerseits auf der mit SAUTRAN übereinstimmenden ZS+FS 157, andererseits auf der Zahl von 5+6 = 11 Buchstaben. Hinzukommt die trinitarische Bedeutung von aufgeteiltem NOS TERWir dreimal. In der folgenden Tabelle geht es um die Buchstabenhäufigkeit von VESTA und NOSTER in den BI. Dabei verbinden die drei Buchstaben ANO der unteren BI beide Begriffe: NOSTER enthält 6 Buchstaben des SQ , VESTA die restlichen E und A, das V kommt neu hinzu:

 

V

E

S

T

A

sm.

N

O

S

T

E

R

sm.

GS

ZW

20

5

18

19

1

63

13

14

18

19

5

17

86

149

Hfk.

4

1

3

2

7

17

3

1

3

2

1

2

12

29

ZS

80

5

54

38

7

184

39

14

54

38

5

34

184

368

FS

36

5

24

38

7

110

39

9

24

38

5

34

149

259

 

116

97+67=164

14

294

101

97+67=164

68

333

627

Das Verhältnis der Teil-ZS+FS 294:333 = 3*(98:111) = 3*209 = 3*11*19 = 57*11. Die Faktoren 11 und 19 sind bereits bei der ZS+FS 1045 = 5*11*19 der BI + des SQ begegnet (s.o.). Die Zahl 57 ist die ZS von PATER, wodurch dieses Wort in die Konstruktion mit einbezogen ist.

Die ZS+FS der Buchstaben VR und ANO sind jeweils durch 23 teilbar und haben das Verhältnis 184:115 = 23*(8:5) = 299. Die Einzel-ZS von VR und ANO sind 37+28 = 65 = 5*13, haben also den durchschnittlichen ZW 13. Durch weitere 12 Buchstaben und durch die FW kommen noch 18*13 hinzu: In der numerierten Tetraktys ergeben 1:3 Ziffern die Summen 5+18 = 23 mit der theologischen Aussagen ESDu bist.

Die zusammengefügten Buchstaben URANO stellen den Dativ von griech. OuranósHimmel dar: Dem Himmel könnte im allgemeinsten Sinn die Bedeutung einer Widmung haben. Die Wortform ist auch eine Zeile des Äskulapquadrats. Durch UR und ANO werden die BI und das SQ miteinander verbunden. Für erstere steht das U, für letzteres das O.

Die ZS von UR-ANO sind 114+60 = 6*(19+10) = 174.

Die Aufteilung der 29 Buchstaben in 12+17 geschieht zweimal: durch NOSTER und VESTA sowie UR und ANO. Aus 29 Elementen besteht der Rahmen eines Doppelrautenkreuzes, 12 davon gehören der Erweiterung an. Die Aufteilung geben das Kreisflächenverhältnis 2:1 wieder. Die ZS 174 = 6*29 unterstreicht die Bedeutung der Zahl 29.

Die Zahl 184 ist auf das Quadrat Q3 beziehbar:

Es besteht aus 1+8 Punkten und 4 Einzelquadraten. Eine Seite besteht aus 2 Linien und 3 Punkten, daher Teilbarkeit durch 23.

Die Zahl 184 erscheint auch durch die ZW 18+4 der Buchstaben SD dargestellt: Der Gruß gilt den göttlichen Mächten, die man willkommen heißt. Vielleicht ist auch die Aussage intendiert SAUTRAN URANO SD (salutem dicit) – Sautran grüßt den Himmel, wenn dies von Mensch zu Gott gesagt werden kann. Die 4Werte der drei Wörter haben dieselbe Summe 467 wie SAUTRAN ANO VALE.

Auch die ZS+FS 164 = 4*41 kann auf die vier Quadratseiten bezogen werden, wenn man 41 als Einzelziffern und Elemente einer Quadratseite nimmt.

3.      Die ZS des Wortes EST ist 42, die der (1+3)+2 Buchstaben 97. Wie können sich diese Werte auf das oben abgebildete Quadrat beziehen, wenn dies von der ZS+FS 164 = 4*41 gesagt werden kann?

 

E

S

T

sm.

ZW

5

18

19

42

Hfk.

1

3

2

6

ZS

5

54

38

97

FS

5

24

38

67

 

164

97 ist die ZS des inneren SQ. Sie setzt sich zusammen aus 84+13, der ZS des Quadratrahmens und dem ZW des Mittelpunktes N. Der Zahl 84 kommt zustande aus zwei Numerierungen eines DR-Kreuzes, einmal von 1-23 und einmal von 1-24. Der umschlossene Mittelteil der DR besteht aus 4 Dreiecksflächen und 2 Querlinien, also 6 Elementen, mit denen die 6 Wörter der BI übereinstimmen. In der folgenden Grafik entsprechen den vier Querlinien des DR-Kreuzes die vier Quadratseiten des inneren SQ:

Die Differenz zwischen der FS 64 und der ZS 84 ist 20, die auf die 4 E der Mittelpunkte verteilt wird.

Zwei Nummern sind 23 und 19. Die Zahl 23 setzte sich oben aus 5+18 des Wortes URANO zusammen und als ES zu lesen. Mit der Zahl 19 kommt noch das T hinzu.

Die ZS+FS von EST ist 42+32 = 74. Nun ist die ZS einer inneren Quadratseite des SQ 37. Deshalb kann man zweimal EST auf die vier Quadratseiten verteilen, je einmal als ZS und einmal als FS:

Das Wort EST hat folgende 4Werte:

 

ZS

FW1

sm

FS

FW2

sm

GS

EST

42

12

54

32

10

42

96

54:42 = 6*(9:7)

Die ZS 97 wiederholt sich in dem Zahlenverhältnis 9:7. Die Zahl 96 bezieht sich durch 4*(11+13) auf das DR–Kreuz und den Oktaeder.

4.      Bezeichnend für das Wort SERPENS – Schlange ist die Rückkehr des Endes zum Anfang durch Wiederholung des S. Denn die Schlange kann sich in Kreisform zusammenringeln. Im Kreis ist jedoch das Ende entbehrlich. Daher gibt es den Doppelaspekt von SERPENS und SERPEN. Die ZS der beiden Wörter ist 91+73 = 164 = 4*41. Dies ist eine Begründung für die ZS 164 für EST. Eine weitere liegt im FS:ZS-Verhältnis des inneren Quadratrahmens: 70:84 = 14*(5:6). Die Umkehrung von 14 ist 41.

Mit dem Wort EST läßt sich im inneren SQ die Wortform SERPENTEdurch die Schlange bilden. Die ZS der 8 Buchstaben ist wiederum 97. Die Einzelziffern 9 und 7 sind auf die Punkte des DR-Rahmens beziehbar. Numeriert man die 7 Punkte der DR schleifenförmig, bis man zum Ausgangspunkt zurückgelangt, ist die letzte Zahl 9. In der folgenden Grafik beginnt die Numerierung nach links, sodaß die S-Form der Rückkehr klar erkennbar ist:

Die nebeneinander stehenden Zahlen 91 entsprechen, zweistellig gelesen, der ZS von SERPENS. Die 8 Buchstaben von SERPENTE sind auf den Linien des DR-Rahmens angeordnet.

Die Ablative SERPENTEdurch die Schlange und ANOdurch den Kreis könnten eine programmatische Einheit bilden: Die Zugehörigkeit zum VESTA- und AESCULAP-Kult soll also körperliche und seelische Gesundheit gewährleisten.

Die Buchstabenzahlen 8+3 entsprechen einem durchgängigen Prinzip der BI. Ihre ZS 125 stimmt überein mit der ZS einer DR (9 Bu.) im SQ.

Die Buchstabenfolgen REPEREPEN des inneren SQ und SERPENTE können ein Achsenkreuz und Zahlenverhältnisse bilden.

5.      Nach dem Austausch der Buchstaben REP durch EST hat jede Achse des ganzen SQ die ZS 87, doppelt gezählt 174, die ZS der 17 Buchstaben von URANO. Die ZS 174 kann durch VA-NOR in zwei Hälften geteilt werden:

 

V

A

sm.

N

O

R

sm

GS

ZW

20

1

21

13

14

17

86

149

Hfk.

4

7

11

3

1

2

6

17

ZS

80

7

87

39

14

34

87

368

FS

36

7

43

39

9

34

82

125

sm

 

 

130

 

 

 

169

299

Die beiden ZS-Hälften bilden das ZS+FS-Verhältnis 13*(10:13). Die Zahlen 10 und 13 sind auf die Elemente eines Dreiecks und eines Quadrats beziehbar, wenn man als Elemente jeder Seite 2 Punkte und 1 Linie zählt.

6.      Die Buchstabenzahlen 11 und 6 entsprechen den Elementen einer "Fischfigur", die zweimal in jeder DR und dreimal in einer Tetraktys erkennbar ist. Die Häufigkeitszahl jedes Buchstaben stimmt mit den drei verschiedenen Elementen eines Dreiecks überein, sodaß man die Buchstaben entsprechend eintragen kann:

Die 4Werte der 17 Buchstaben von URANO sind:

 

ZS

FS

sm

FW1

FW2

sm

GS

URANO

174

125

299

34

15

49

348

Wie bei den 16 Buchstaben von VESTA und AESCULAPIUS ist die FW1/2-Summe 49 gleich der Differenz zwischen der FS 125 und der ZS 174, sodaß die 4Werte das Doppelte der ZS beträgt.

Die ZS+FS der beiden Wortgruppen sind:

 

ZS

FS

sm

URANO

174

125

299

VESTA AESCULAPIUS

184

111

295

sm

358

236

594

FW

181

63

244

358 = 2*179; 594 = 33*18

Die Primzahl 179 steht in Beziehung zu der geheimnisvollen trinitarischen Zahl 153: Sie setzt sich zusammen aus 9*17 + (9+17). Die Einzelziffern der Zahlen 181 und 244 sind auf die 10 Radialmaße der Doppelraute beziehbar.

Die 17 (Häufikgeit) + 16 Buchstaben der drei Bezeichnungen haben den durchschnittlichen ZW+FW 18, das Schlangensymbol S des AESCULAPIUS.

7.      Zu Beginn wurde ermittelt, daß die 4Werte von VESTA und AESCULAPIUS das Doppelte ihrer ZS 184 betragen. Dies war der offensichtliche Ausgangspunkt dafür, zweimal nach Buchstabenhäufigkeit die ZS 184 für VESTA und NOSTER zu konstruieren. Anstelle von AESCULAPIUS tritt also NOSTER. Sollte etwa die Verbindung AESCULAPIUS NOSTER als zusammengehöriger Ausdruck intendiert sein? Die 4Werte der beiden Wörter geben Aufschluß:

 

ZS

FS

sm

FW1

FW2

sm

GS

AESCULAPIUS

121

69

190

22

26

48

238

NOSTER

86

71

157

45

71

116

273

 

207

140

347

67

97

164

511

Die ZS 86 von NOSTER ist um 23 höher als die von VESTA, die Gesamt-ZS 207 ist also wie 184 durch 23 teilbar. Das auffälligste Ergebnis ist jedoch, daß die FS2 97 die ZS der 6 Häufigkeitsbuchstaben von EST und die FS1 67 die dazugehörige FS darstellt. Es kann also kein Zweifel bestehen, daß die gematrische Konstruktion AESCULAPIUS und NOSTER miteinander verbinden wollte. Den 11+6 Buchstaben der beiden Wörter entspricht die Buchstabenhäufigkeit von VA-NOR, die oben in der Fischfigur dargestellt wurde.

Das fehlende Wort PATER mit der ZS 57 des SQ ist berücksichtigt in der ZS+FS 627 = 57*11. Da VESTA NOSTER aus 11 Buchstaben besteht, kommt auf jeden Buchstaben die Zal 57, wenn dabei die Buchstabenhäufigkeit 29 unberücksichtigt bleibt.

Da die ZS 121 von AESCULAPIUS auch die FS von PATER NOSTER ist, hat der gesamte dreigliedrige Ausdruck die ZS 264 = 22*12 entsprechend der ZS+FS von PATER NOSTER. Der durchschnittliche ZW je Buchstabe ist demnach 12.

Die Bezeichnungen AESCULAPIUS PATER NOSTER lassen sich in ein Doppelrautenkreuz eintragen.

b) SANATURO NAVALE

1.      Ob das Anagramm SANATURO NAVALE zur Konzeption der Gesamtinschrift gehört, kann nur durch Ermittlung der 4Werte beurteilt werden. Zuerst soll der untere Begleittext und das Anagramm geprüft werden:

 

ZS

FS

sm

FW1

FW2

sm

GS

SAUTRAN

89

68

157

89

21

110

267

ANO

28

23

51

11

23

34

85

VALE

37

26

63

37

15

52

115

 

154

117

271

137

59

196

467

 

 

ZS

FS

sm

FW1

FW2

sm

GS

SANATURO

103

77

180

103

18

121

301

NAVALE

51

40

91

20

11

31

122

 

154

117

271

123

29

152

423

423 = 9*47

467+423 = 890

Das vereinte Ergebnis 890 = 89*10 scheint auf die ZS 89 von SAUTRAN hingeordnet zu sein.

Der Spiegelbildlichkeit des Schlangensymbols S entsprechen die Umkehrsummen 103 und 301. Von Bedeutung sind die trinitarischen Zahlen 1 und 3.

2.      Die beiden Ergebnisse des unteren Textes sind mit dem der oberen Inschrift zu vergleichen:

 

ZS

FS

sm

FW1

FW2

sm

GS

SAUTRAN

89

68

157

89

21

110

267

VA

21

10

31

10

7

17

48

SD

22

12

34

13

7

20

54

 

132

90

222

112

35

147

369

369:423 = 9*(41:47) = 9*88 = 72*11 = 792

Klar erkennbar stimmt die Summe der oberen Inschrift besser mit der des Anagramms zusammen als mit der Primzahl 467 des regulären Textes. Nun ist aber die FW1/2-Summe des regulären Textes (196) um 44 höher als die des Anagramm-Textes (152), sodaß die Gesamtsummen jeweils durch 11 teilbar sind: 369+467 = 836 = 76*11. Das Verhältnis der beiden kombinierten Summen ist daher 44*(19:18) = FW 52. Aus 19+18 Elementen besteht die Tetraktys.

Andererseits ergeben die Summen der FW1/2 der regulären Inschriften das bessere Verhältnis: 196:147 = 7²*(4:3) = = 343. Wir unterscheiden daher begrifflich zwischen regulärer Kombination (RK) und Anagrammkombination (AK).

Die Einzelziffern der Primzahl 467 beziehen sich auf 4+6 Punkte der Tetraktys und 7 hexagonale Punkte und geben das Kreisflächenverhältnis 1:3 wieder:

3.  Wie korrelieren die kombinierten Summen mit den 4Werten des SQ?

ERSTE KOMBINATION:

 

ZS

FS

sm

FW1

FW2

sm

GS

SATOR/ROTAS

2*69

2*54

246

52

22

74

320

AREPO/OPERA

2*52

2*40

184

34

22

54

240

TENET

61

61

122

61

61

244

244

 

303

249

552

147

105

252

804

Wiederum ist die Kompatibilität der Ergebnisse auf zwei Gruppierungen verteilt:

 

u.

o.

sm

SQ

GS

RK4W

467

369

836

804

1640

RKFW1/2

196

147

343

252

595

7*(28:21:36)

836:804 = 4*(209:201) = 4*410 = 40*41

Die Produktzahlen 41 und 40 der Summe 1640 sind auf die Gesamtzahl der Elemente eines 5*5 Punkte-Quadrats beziehbar, es besteht aus 25 Punkten + 16 Einzelquadraten und 40 Begrenzungslinien. Die Zahl 164 ist thematisch bereits oben behandelt worden.

Da 369 durch 41 teilbar ist, läßt sich das Verhältnis 41*(9:31) bilden.

4.                                                                                                ZWEITE KOMBINATION

 

u.

o.

sm

SQ

GS

AK4W

423

369

792

804

1596

792:804 = 12*(66:67) = 12*133 = 12*7*19

Die Anagramm-Kombination bietet die Teilungsmöglichkeit durch 19, die zuvor nur die reguläre Kombination (836) ohne SQ enthielt. Es zeigt sich hier eine neue Bedeutung der Zahl 19:

5 Punkte des hexagonalen Doppeldreiecks stehen für 1 Flächeneinheit, 2 Punkte für 2 Flächeneinheiten des äußeren Kreisrings. Aber da der größere Kreis als eigenständig gedacht werden kann, umfaßt er 3 Flächeneinheiten gegenüber dem kleineren Kreis mit 1 Flächeneinheit. 7:12 Punkte bedeuten daher 7 Flächeneinheiten. Eine Doppelraute hat als Muster einen Mittelpunkt + zweimal drei spiegelbildliche Punkte 1-3-3. Dieses Muster gilt auch gleichzeitig für die Kreisflächenverhältnisse 1:3+(1:2).

In der ANAGRAMM-Kombination sind die ZS+FS 1045 und die Summen der FW1/2 551 jeweils durch 19 teilbar: 19*(55:29). Die Summen der FW1/2 bilden weitere zwei Verhältnisse: SQ:o.BI = 252:147 = 21*(12:7); SQ/o.BI : Anagramm = 399:152 = 19*(21:8).

Das Verhältnis 21*(12:7) ist wieder wie oben auf die 21 Elemente der Doppelraute und die Punkterelationen 5:7 und 5:2 zu beziehen. Das Produkt 19*21 gibt die ZS des griechischen Buchstabens TAU wieder.

Die Zahl 21 ist auch Summe eines numerierten Durchmessers des Tetraktyssterns. Wenn man für die Erweiterungselemente die Numerierung 4 und 5 statt 3 und 2 verwendet, kommt 8 hinzu:

Die Einzelziffern der Zahl 551 weisen auf ein Modell des Dezimalsystems hin, das aus 5+5+1 Punkten und 5+5 Maßeinheiten besteht:

Auch die Zahlen 29 und 19 sind als Einzelziffern zu verstehen. Bei vorstehendem Modell ist ein Anfangs- und ein Endpunkt zu den 9 Grundzahlen hinzuzufügen. Stellt man die Strecke jedoch als Kreis dar, entfällt ein Punkt:

5.      In der der Gesamtsumme 12*133 der Anagrammversion ist einmal 133 durch die 4Werte der strukturell parallelen Wörter VA und ANO enthalten:

 

ZS

FW1

sm

FS

FW2

sm

GS

VA

21

10

31

10

7

17

48

ANO

28

11

39

23

23

46

85

sm

49

21

70

33

30

63

133

21:28 = 7*(3:4); 21:49 = 7*(3:7)

63:70 = 7*(9:10)

Die Anordnung der 4Werte zeigt drei durch 7 teilbare Zahlenverhältnisse, die nur durch gegenseitige Addierung entstehen und somit dem Zusammenhalt der beiden BI dienen. Sie spiegeln in etwa die oben besprochenen Bedeutungen wider.

6.      Nach Lage der Dinge ist das Anagramm SANATURO NAVALE ein geplanter Teil der gematrischen Konstruktion. In diesem Fall muß der Konstrukteur auch die beiden Dreifachsummen in Betracht ziehen, die durch die ZW/FW-Verrechnung auswertbar sind:

 

 

 

sm

ZS

1640

1596

3236

FW

52

33

85

sm

81*41

3321

FW

81*41

53

Durch die Addierung der FS 85 (= 44+41) zur ZS 3236 wird dem Produkt 40*41 die Quadratzahl 41² = 1681 hinzugefügt. Damit wird der Faktor 41 bestätigt. Die Zahl 41 ist hauptsächlich auf die Elemente eines Doppelrautenkreuzes zu beziehen:

7.      Das Anagramm kann mit PATER NOSTER + AO in ein DR-Kreuz gebracht werden.

 

 

Erstellt: 2009

Letzte Änderung: September 2012

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