9896 Verse der Aeneis: Wie Vergil sie festlegte und unterteilte

I.       Das Zustandekommen

II.     Die Zahl 12

III.  Die Verszahlen der 12 Bücher

IV.   Binnenbeziehungen der Verszahlen

V.      Die trinitarische Dimension der Verszahlanordnung

I. Das Zustandekommen

1.      Die Zahl von 9896 Versen der Aeneis hat folgende drei Grundlagen:

·     das Hexagon und seine Erweiterung zum Tetraktysstern (Hexagramm),

·     die Zählung der Elemente geometrischer Figuren,

·     die Einbeziehung von Faktorenwerten (FW).

2.      Im Rahmen des VESTA-Kultes erforschten die Römer die Realität Gottes. Der Tetraktysstern zeigte ihnen, daß Gott eine Gemeinschaft von drei Personen sein müsse. Denn wenn um das Hexagramm ein Kreisbogen gezogen wird, verhält sich die Fläche des inneren zum äußeren Kreis wie 1:3 und der innere Kreis zum äußeren Kreisring wie 1:2:

1+2+3 Flächeneinheiten lassen sich also den drei göttlichen Personen zuweisen. Das Verhältnis 1:3 besagt, daß die Fläche des Hexagons zweimal zu zählen ist. Die erste göttliche Person ist somit zweimal vertreten, als Ursprung der zweiten und dritten Person, und als gleich im Wesen mit ihnen.

Da Vergil in klar erkennbarer Ordnung je 4 Bücher den Hunderterbereichen 7-9 zugeordnet hat und sich diese Zahlen auf der Skala von 9 Grundzahlen komplementär zu 3-1 verhalten, hat, wie später darzulegen ist, Vergil das Muster 3:1 und 2:1 auf diese Hunderterreihen übertragen.

3.      Der Kreis und seine Entfaltung werden durch zwei Prinzipien bestimmt: durch den ungeraden Mittelpunkt und gerade spiegelbildliche Elemente. Man unterscheidet demnach 4 Elemente: den Mittelpunkt, die übrigen Punkte (P), Linien (L) und Flächen (F). Der Mittelpunkt gilt der ersten Person, die übrigen Punkte der zweiten, die Linien der dritten, die Flächen ebenfalls der dritten oder allen dreien.

Bei Numerierung der Hexagonpunkte erhält der Mittelpunkt die Zahl 1, die übrigen 6 Punkte die Zahl 2. Bei Nichtnumerierung werden Mittelpunkt und übrige Punkte zusammengefaßt, so daß gewöhnlich mit 3 Elementen gerechnet wird.

4.      Ohne Keisbögen besteht das Hexagon aus 25 = 5*5 Elementen, der Tetraktysstern aus 49 = 7*7 Elementen, zusammen aus 74 Elementen. Die Addition der Faktoren 5*5 und 7*7 ergibt die Faktorenwerte (FW) 10 und 14 und die Faktorensumme (FS) 10+14 = 24. Von der Zahlensumme (ZS) 74 und der FS 24 lassen sich wiederum die FW 2*37 = 39 (FW1) und 2*2*2*3 = 9 (FW2) ermitteln. Diese 4Werte sind zu addieren:

ZS

FS

sm

FW1

FW2

sm

GS

74

24

98

39

9

48

146

FW1 und FW2 können auch zu ihren zugehörigen Summen gestellt werden:

ZS

FW1

sm

FS

FW2

sm

GS

74

39

113

24

9

33

146

5.      Zur Bestimmung der Verszahl der Aeneis sind die Summen jedes der drei Elemente von Hexagon und Hexagramm und deren FW zu ermitteln:

 

Hexagon

 

Hexagramm

 

 

 

P

L

F

sm

P

L

F

sm

GS

ZS

7

12

6

25

13

24

12

49

74

FW

7

7

5

19

13

9

7

29

48

 

 

 

 

44

 

 

 

78

122

Nun wird zu den ZS und den FS der beiden Kreisfiguren jeweils der FW1 und FW2 gestellt:

ZS

FW1

sm

FS

FW2

sm

GS

25

10

35

19

19

38

73

49

14

63

29

29

58

121

74

24

98

48

48

96

194

Die Zahl von 9896 Versen setzt sich also aus zwei zweistelligen Zahlen zusammen.

6.      Für Vergil gab es mehrere Gründe, daß er diese Verszahl für bedeutsam hielt. Ich führe zwei an:

·     Die Faktoren von 9896 sind 8*1237 = FW 1243. In der zweistelligen Aufteilung 12+37 kommen wiederum die 49 Elemente des Tetraktyssterns zustande. Aus 25+12 = 37 Elementen besteht eine einzelne Tetraktys, für die zweite bleiben noch 12 übrig. Die Einzelziffern des FW 1243 entsprechen den Zahlen 1-4 der Tetraktyspunkte, 12+43 = 55 gibt die Summe der Zahlen 1-10 wieder. Die Zahlen 1-4 stellen auch eine Rechtfertigung für die 4Werte dar.

Wie noch näher auszuführen sein wird, gehören je 4 Verszahlen jeweils den Hunderterbereichen 9,8,7 an. Vom trinitarischen Standpunkt verhalten sich diese 3 Zahlen auf der Skala der Grundzahlen 1-9 komplementär zu 1,2,3. Wenn Vergil nun die Gesamtverszahl 9896 mit Hilfe von FW ermittelt hat, wird er auch die drei komplementären Paare einbezogen haben. Dabei stellt sich heraus, daß deren ZS+FS in zweistelliger Form dem soeben festgestellten FW 1243 entspricht:

ZS

1

2

3

6

7

8

9

24

30

FW

1

2

3

6

7

6

6

19

25

 

 

 

 

12

 

 

 

43

55

25:30 = 5*(1:6)

·     Die Einzelziffern 9+8 und 9+6 sind auf die Rahmenelemente der Doppelraute (DR) zu beziehen:

In der linken Grafik werden Punkte und Linien von unten nach oben und zurück schleifenförmig numeriert. In der rechten Grafik wird unterschieden zwischen 9 Elementen des hexagonalen Bereichs und 2*3 Elementen des Erweiterungsbereichs.

Aus den FW 16+13 der zweistelligen Zahlen 98 und 96 läßt sich ein DR-Kreuz bilden, das zu einem Oktaeder zusammengefügt werden kann:

Der Rahmen der DR-Kreuzes besteht aus 29 Elementen.

II. Die Zahl 12

1.      Da Vergil für die Aeneis 12 Bücher festgelegt hat, wird er dieser Zahl eine zentrale Bedeutung beigemessen haben. Im Vorgriff auf die folgenden Ausführungen soll daher auf sie näher eingegangen werden.

In der multiplikativen Gleichung 12 = 3*4 ist die enge Beziehung der Zahl 12 zu 10 erkennbar, da die Summe der Zahlen 1-4 10 beträgt. 3+4 = 7 ist demnach der FW von 12, und 12+7 ist 19. Die Einzelziffern sind mit 1+2+7 Punkte der Tetraktys identisch:

2.      Die DR besteht aus 7 Punkten: 5 gehören dem hexagonalen, 2 dem Erweiterungsbereich an. 7 Punkte geben somit 3 Kreisflächeneinheiten wieder. Will man die äußere Kreisfläche zur inneren in Beziehung setzen, ist das Punkteverhältnis 7:5 und das Kreisflächenverhältnis 3:1. 19 Punkte bedeuten also 7 Flächeneinheiten:

In die 19 Punkte ist also der FW 7 von 12 integriert.

Die Einzelziffern des Multiplikationsergebnisses 7*19 = 133 zeigen die Punktestruktur der DR. Auch die Primzahl 197 ergibt 133 in der Aufteilung 19+17+97. Die Faktoren 7 und 19 lassen sich auf 7 hexagonale und 1+9 Tetraktyspunkte beziehen, sie repräsentieren 1:3 Flächeneinheiten.

Wie gleich zu sehen sein wird, hat Vergil die Gesamtverszahl und die Verszahlen der einzelnen Bücher auf die genannten Zusammenhänge abgestimmt.

3.      Die Zahlen 5 und 7 sind ineinander verschränkt als 5 hexagonale Achsenelemente und 7 Seitenelemente der Tetraktys:

4.      Die Beziehung der Zahl 12 zur Zahl 10, die sich in den Einzelziffern der Gleichung 12 = 3*4 erkennen läßt, zeigt sich nicht nur im gleichen FW 7, sondern hat ihre Grundlage im Verhältnis von Punkten und Maßeinheiten. Jede Maßeinheit wird durch zwei Punkte begrenzt. Vom Kreis ausgehend, sind das rechtwinklige Achsenkreuz und das hexagonale Achsenkreuz die wichtigsten Unterteilungen:

Die beiden Achsenkreuze enthalten 4+6 Maßeinheiten, die von 12 Punkten begrenzt werden.

5.      Der FW 1243 gibt die Zahl 12 und ihren FW 4+3 wieder. Der FW von 1243 ist 11*113 = 124, der von 124 = 4*31 = 35. 113 kann als Zusammenziehung von 11 und 13 verstanden werden, 4*31 als Gleichung 4 = 3+1 und auf zweimal 4 Punkte der DR bezogen werden, 35 schließlich ist die Summe von 11+13+11 entsprechend drei geometrischen Figuren des Hexagons. 35 = 5*7 ist wiederum auf die DR zu beziehen.

III. Die Verszahlen der 12 Bücher.

1.      Die Verszahlen der 12 Bücher sind so gewählt, daß sie eine bestimmte FS ergeben, die mit der ZS im 4Werte-Verfahren zu Sinnaussagen führen soll. Die Verszahlen und ihre FW sind:

1

756

2* 2* 3* 3* 3* 7

20

2

804

2* 2* 3* 67

74

3

705

3* 5* 47

55

4

718

2* 359

361

5

871

13* 67

80

6

901

17* 53

70

7

817

19* 43

62

8

731

17* 43

60

9

818

2* 409

411

10

908

2* 2* 227

231

11

915

3* 5* 61

69

12

952

2* 2* 2* 7* 17

30

 

9896

 

1523

Die FS 1523 ist eine Primzahl. Ihre Einzelfziffern vereinigen 6 Radial- und 5 Durchmesserelemente der Kreisachse:

Der FW von 15 = 8, zusammen 23, der FW von 23 ebenfalls 23. 3*23 entspricht der Numerierung von Radial-und Durchmesserelementen der drei Hexagonachsen:

2.      Zur Vollständigkeit der Zahlenbetrachtung gehört die Berücksichtigung von ungeraden und geraden geometrischen Elementen, was sich weiter unten fortsetzt.

3.      Die ZW/FW-Verrechnung ergibt:

 

ZS

FS

sm

FW

sm

FW

 

9896

1523

11419

620

 

 

FW

1243

1523

2766

466

 

 

sm

 

 

14185

1086

15271

15271

FW

 

 

2842

186

3028

761

sm

 

 

 

 

 

16032

11419 = 19*601; 3028 = 4*757

620 = 20*31; 186 = 6*31; 16032 = 96*167

Die ZS+FS 11419 ist in den Bestandteilen 114 und 19 durch 19 teilbar. Wie bereits dargelegt wurde, setzt sich 19 aus 12 + dem FW 7 zusammen. Dies ist auch in den Einzelziffern der Primzahl 757 erkennbar.

Die Einzelziffern von 19 und 601 stellen die 10 Punkte der Tetraktys und die 7 Punkte des Hexagons in der Kreisflächenbedeutung 3:1 dar.

4.      Das Endziel des Hexagramms ist der Oktaeder, der sich aus einem DR-Kreuz zusammensetzen läßt. Die 12 Zahlen würden demnach auf den zweimal sechs Binnenelementen der beiden DR anzuordnen sein:

Wenn die Querlinien nach hinten gefaltet und die Endpunkte zusammengeführt werden, bilden die vier Erweiterungsdreiecke die hintere Pyramide und die hexagonalen die vordere. Durch Kippen lassen sich die blauen Zahlen zur oberen, die grünen zur unteren Pyramide machen. Die Zahlen der gemeinsamen Basis sind nach der Absicht Vergils der oberen Pyramide zugeordnet, wie sich noch zeigen wird. Die Idee dahinter ist, daß e i n pyramidaler Aufbau von 9 Elementen und die gemeinsame Mittelbasis von 8 Elementen die erste Hälfte des Oktaeders darstellt, es bleiben weitere 9 Elemente übrig. Die Summen der drei Ebenen sind:

oben

Mitte

sm

unten

GS

3426

3321

6747

3149

9896

3149 = 47*67 >114; 6747 = 3*13*173 >189

3426 = 8*571; 3321 = 81*41;

Auffällig sind die beiden Primzahlen 47 und 67. 47*67 ist z.B. die ZS von Catulls carmen 1. Die Einzelziffern stellen Doppelaspekte der Elemente der Kreisachse und der Tetraktysseite dar:

Zwei Hexagonachsen stellen einmal 5 Durchmesser- und einmal 6 Radialelemente dar. Die drei Tetraktysseiten bestehen zusammen aus 9 Punkten und 9 Maßeinheiten. Zählt man jede Seite gesondert, kommt jeweils ein Punkt hinzu. Es ergeben sich somit jeweils 3+4 Punkte und jeweils 2*2 und 2*3 Maßeinheiten.

5.      Bemerkenswert ist die Summe 3426 = 2*1713. Denn zwei Oktaederhälften bestehen aus jeweils 8+9 Elementen und der ganze Oktaeder aus 26 Elementen.

Man muß also auch die untere Pyramidensumme mit der Summe der Mittelbasis verbinden: 3149+3321 = 6470 = FW 654. Man erkennt auch hier die drei Zahlen 647, sie können u.a. als 6+4 Tetraktyspunkte und 7 hexagonale Punkte interpretiert werden.

6.      Es fehlt nun noch Addition der FW der 12 Verszahlen:

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

 

756

804

718

705

871

901

817

731

818

908

915

952

9896

20

74

361

55

80

70

62

60

411

231

69

30

1523

776

878

1079

760

951

971

879

791

1229

1139

984

982

11419

Von den 12 ZS+FS ist nur 760 des vierten Buches, der DIDO-Geschiche, durch 19 teilbar.

Die 8:4 Zahlen führen zu folgendem Ergebnis:

1

2

5

6

7

8

11

12

sm

3

4

9

10

sm

776

878

951

971

879

791

984

982

7212

1079

760

1229

1139

4207

7212:4207 = 601*(12:7)

Durch dieses ZS+FS-Verhältnis zweier Oktaederhälften hat Vergil einen bedeutenden Endpunkt seiner Zahlenkonstruktion um die Zahl 12 erreicht.

Die 4Werte der 8:4 Zahlen sind:

ZS

FS

sm

FW1

FW2

sm

GS

6747

465

7212

189

39

228

7440

3149

1058

4207

114

48

162

4369

9896

1523

11419

303

87

390

11809

11809 = 7*7*241 = FW 255 = 17*15

Die FW-Summe 303 ist die ZS des SATOR-Quadrats. Man muß bei Vergils Berechnungen mit Bezügen auf das SATOR-Quadrats rechnen. Hier ist 303 als 30+3 einer Numerierungssumme der 3 Hexagonachsen zu verstehen:

Die Faktoren der Gesamtsumme weisen auf 49 Elemente des Hexagramms hin, aber auch auf zwei konzentrische Kreise mit je einem Mittelpunkt und 6 Kreislinienpunkten. 241 ist als 24+1 zu lesen und bedeutet je 25 Elemente des Hexagons und der hexagonalen Erweiterung.

 

Erstellt: Oktober 2016

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